Dresdner Kunstpreis 2026 ehrt Fotograf Matthias Creutziger als Chronist der Musikgeschichte
Kunstpreis Dresden: Fotograf Creutziger als Musik-Chronist geehrt

Dresdner Kunstpreis 2026 würdigt herausragende künstlerische Leistungen

Seit dem Jahr 1993 vergibt die sächsische Landeshauptstadt Dresden regelmäßig Kunstpreise und Förderpreise, um besondere künstlerische Verdienste zu honorieren. Im aktuellen Jahr 2026 steht die Auszeichnung ganz im Zeichen der Musik. Sowohl renommierte Interpreten als auch ein bedeutender Musikfotograf haben mit ihrem Wirken ein Stück Dresdner Musikgeschichte entscheidend mitgeschrieben und geprägt.

Matthias Creutziger als Kunstpreisträger geehrt

Der erfahrene Fotograf Matthias Creutziger wurde mit dem hochdotierten Kunstpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden ist. Die unabhängige Jury beschrieb den 74-jährigen Künstler als außergewöhnlichen Chronisten der Dresdner Musikgeschichte, der über viele Jahrzehnte hinweg das musikalische Leben der Stadt dokumentiert hat. Creutziger wirkte zahlreiche Jahre als offizieller Fotograf der weltberühmten Semperoper und der traditionsreichen Sächsischen Staatskapelle.

„Seine beeindruckenden Fotografien verwandeln bedeutende Aufführungen und Konzerte in intensive, unvergessliche Bildmomente, in denen sich Klang, Bewegung und Emotion auf einzigartige Weise verdichten“, hieß es in der offiziellen Begründung der Jury. Bereits zu DDR-Zeiten beobachtete Creutziger als engagierter Jazz-Rezensent eine lebendige und oftmals widerständige Musikszene, die er mit seiner Kamera einfühlsam festhielt.

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Atmosphäre des Vertrauens als fotografischer Schlüssel

Der geehrte Preisträger versteht die bedeutende Auszeichnung zugleich als besondere Ehrung all jener Personen, die er im Laufe seiner langjährigen Karriere porträtiert hat. „Diese herausragenden Künstlerinnen und Künstler habe ich stets meine tiefe Wertschätzung spüren lassen und beim fotografischen Arbeiten immer versucht, den sensiblen künstlerischen Prozess nicht zu stören“, betonte Creutziger in seiner Dankesrede. „Mit einer besonderen Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens wurde ich dafür belohnt“, so der erfahrene Fotograf weiter. Diese vertrauensvolle Beziehungsebene bezeichnet er als entscheidenden Schlüssel für eine authentische und unverfälschte Fotografie, die das Wesen der porträtierten Künstler wirklich einfängt.

Die künstlerischen Arbeiten von Matthias Creutziger, die bereits wiederholt mit nationalen und internationalen Auszeichnungen bedacht wurden, befinden sich heute in renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen. Seine Fotografien waren zudem in zahlreichen bedeutenden Ausstellungen im In- und Ausland zu bewundern und haben die Wahrnehmung der Dresdner Musikszene nachhaltig geprägt.

Förderpreise für innovative Musikformationen

Parallel zum Hauptpreis wurden in diesem Jahr zwei wichtige Förderpreise verliehen, die jeweils mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert sind. Diese prestigeträchtigen Auszeichnungen gehen an die engagierte Musikgruppe Banda Comunale sowie an das innovative musikalische Duo Ätna mit den Künstlern Inéz und Demian Kappenstein. Zusätzlich zu den Förderpreisen wird ein künstlerisches Stipendium in Höhe von je 2.500 Euro vergeben, das die weitere Entwicklung der Preisträger unterstützen soll.

Die politisch engagierte Brassband Banda Comunale entstand bereits im Jahr 2001 als künstlerischer Protest gegen die regelmäßigen Aufmärsche von Neonazis im Umfeld des Dresden-Gedenkens. Später trat die Formation auch regelmäßig bei den Gegenprotesten gegen die rechtspopulistische Pegida-Bewegung auf und setzte damit ein deutliches Zeichen für Toleranz und Demokratie. Das Duo Ätna pflegt unterdessen einen kunstvollen und experimentellen Electro-Pop und hat sich europaweit als gefragter Live-Act etabliert, der regelmäßig auf bedeutenden Festivals und in renommierten Konzerthäusern auftritt.

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Musik als verbindende gesellschaftliche Kraft

„Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger rücken mit ihrer herausragenden Arbeit die Musik mit ihrer einzigartigen verbindenden Kraft als zentrales künstlerisches Ausdrucksmedium in den Mittelpunkt“, erklärte die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch von der Partei Die Linke bei der feierlichen Preisverleihung. „Sie stehen für unsere Stadt Dresden exemplarisch als lebendiges künstlerisches und musikalisches Labor zwischen großer Tradition und innovativer Gegenwart, zwischen Internationalität, performativer Energie und klarer gesellschaftlicher Haltung“, führte die Kulturpolitikerin weiter aus.

Nach den Worten des erfahrenen Kulturamtsleiters David Klein gab es in diesem Auszeichnungsjahr insgesamt 70 qualifizierte Vorschläge für die verschiedenen Kunstpreise. Davon entfielen 48 Nominierungen auf den eigentlichen Kunstpreis und weitere 22 Vorschläge auf die beiden Förderpreise, was die hohe Qualität und große Bandbreite der Dresdner Kunstszene eindrucksvoll unterstreicht.