Maler Markus Tollmann enthüllt private Seite von Mario Adorf: "Man hielt uns für Vater und Sohn"
Maler enthüllt private Seite von Mario Adorf: "Vater und Sohn"

Maler Markus Tollmann enthüllt private Seite von Mario Adorf: "Man hielt uns für Vater und Sohn"

Mit dem Tod von Mario Adorf hat Deutschland eine seiner größten Schauspiellegenden verloren. Doch wer war der Mensch hinter der öffentlichen Figur? Maler Markus Tollmann, der Adorf seit über zwei Jahrzehnten kannte, öffnet nun sein privates Fotoalbum und gewährt intime Einblicke in das Leben des Stars fernab des Rampenlichts.

Eine Freundschaft, die beim Malen begann

Kennengelernt haben sich die beiden Männer Ende der neunziger Jahre bei einem Event des Printen-Königs Hermann Bühlbecker. Als Tischnachbarn kamen sie sofort ins Gespräch und entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft für die Malerei. "Wir haben uns ohne viele Worte gut verstanden. Das passte einfach richtig gut", erinnert sich Tollmann.

Schnell entwickelte sich aus dieser Begegnung eine tiefe Freundschaft. Tollmann lud Adorf in sein Atelier ein, um ein Porträt von ihm zu malen. Daraus entstand der Wunsch, gemeinsam künstlerisch tätig zu werden. Das Ergebnis war das Werk "Verliebt auf hoher See in Saint-Tropez".

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Gemeinsame Malstunden und besondere Momente

Beim gemeinsamen Arbeiten erlebte Tollmann Adorf als aufmerksamen und lernbereiten Partner. "Er hatte eine gute Auffassungsgabe, die er als Schauspieler ebenfalls brauchte", so der Maler. Allerdings musste er dem Star gelegentlich Anweisungen geben: "Als Schauspieler war er es gewohnt, Anweisungen zu befolgen."

Besonders in Erinnerung geblieben ist Tollmann die Zeit in Saint-Tropez, wo die beiden spontan ein Lokal zum Atelier umfunktionierten. Bei Pausen am Strand zeigte Adorf seine unkonventionelle Seite: "Er hat sich in den Sand gelegt, nie auf eine Liege – erstaunlich für sein Alter", erzählt Tollmann lachend.

Ein besonderes Erlebnis war ein gemeinsamer Ausflug aufs Meer: "Er ist mit mir mal so weit aufs Meer hinausgeschwommen, dass ich ihm sagte: 'Ich saufe jetzt ab.' Mario meinte nur: 'Mach dir keine Sorgen, die Fische fressen dich nicht, du hast zu viel Rosé getrunken.' Er war ein lustiger Junge."

Die private Seite des öffentlichen Stars

Aufgrund ihres ähnlichen Aussehens kam es mehrfach zu amüsanten Verwechslungen: "Man hat uns für Vater und Sohn gehalten", verrät Tollmann. Diese Nähe ermöglichte ihm Einblicke in Adorfs Privatleben, die der Öffentlichkeit meist verborgen blieben.

Adorf beschrieb Tollmann als "unglaublich wohlwollend und großzügig". Der Schauspieler sei stets offen und herzlich zu allen Menschen gewesen, nie distanziert oder abgehoben. Das öffentliche Interesse suchte er bewusst nicht: "Wenn er zu Veranstaltungen eingeladen war, ist er oft nicht aufgetreten und hat lieber darauf verzichtet. Das war nicht seine Welt. Er war eher bescheiden."

Letzte Begegnungen und bleibende Erinnerungen

Zuletzt trafen sich die beiden Freunde im Jahr 2024. "Ich wollte Mario Adorf eigentlich noch besuchen und habe nicht mit seinem Tod gerechnet", sagt Tollmann. Die Briefe, die sie sich schrieben, bewahrt er nun sorgfältig auf.

In einem Bildband hinterließ Adorf eine bewegende Widmung an seinen Freund: "Die revitalisierende Begegnung mit der Malerei, also Markus Tollmann, hat in mir positive Energien freigelegt, die mich meinem Grundgedanken zur Kunst wieder neu verbunden haben."

Diese Worte und die gemeinsamen Erinnerungen bleiben für Markus Tollmann ein bleibendes Vermächtnis einer besonderen Freundschaft, die weit über die öffentliche Person Mario Adorf hinausreichte.

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