Marianne Sägebrecht: Vom 'Zuckerbaby' zur unermüdlichen Künstlerin – 'Ich gebe alles bis zur Erschöpfung'
Marianne Sägebrecht: 'Ich gebe alles bis zur Erschöpfung'

Marianne Sägebrecht: Eine lebenslange Leidenschaft für Kunst und Natur

Seit vielen Jahrzehnten fesselt Marianne Sägebrecht, bekannt aus Kultfilmen wie "Zuckerbaby" und "Out of Rosenheim", das Publikum auf Bühnen und Leinwänden. Im Gespräch mit der AZ verrät die 80-jährige Künstlerin, was sie antreibt, welche Bedeutung der Frühling für sie hat und welche ambitionierten Pläne sie aktuell verfolgt.

Unermüdlich vor der Kamera: Neue Rollen und Projekte

Noch immer steht Marianne Sägebrecht mit voller Hingabe vor der Kamera. Zuletzt drehte sie im Herbst vergangenen Jahres für die ARD-Reihe "Watzmann ermittelt: Die Tränen der Madonna", die rund vier Millionen Zuschauer erreichte. "Eine großartige Rolle, die mir wie auf den Leib geschneidert war", schwärmt die Schauspielerin. Das Drehbuch sei eine wahre Freude und werde nun sogar nach New York geschickt. Freunde aus aller Welt hätten ihr dazu gratuliert.

"Beim Drehen gebe ich alles, bis zur kompletten Erschöpfung", betont Sägebrecht. "Ich bin zutiefst dankbar, dass ich in meinem Alter noch solche wunderbaren Rollenangebote erhalte." Diese Dankbarkeit und ihr unermüdlicher Einsatz prägen ihre gesamte Karriere.

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Der Frühling als Symbol für Neubeginn und Leichtigkeit

Aktuell verbindet die Schauspielerin den Frühling besonders mit einem Gefühl des Aufbruchs. "In meinem Garten blühen bereits die ersten violetten Krokusse", erzählt sie begeistert. "Wenn sie ihre Köpfe aus der Erde strecken, weiß ich: Das Schlimmste liegt hinter uns!" Die erwachende Natur inspiriere sie zutiefst: "Im Frühling wird mein Herz leichter, es scheint zu springen. Ich fühle mich beschwingt und umarme die Natur in all ihrer Pracht."

Ein neues Buch über Kräuter, Versöhnung und Vergebung

Passend zu dieser naturverbundenen Haltung arbeitet Marianne Sägebrecht derzeit an ihrem achten Buch. Es wird sich intensiv mit Kräutern beschäftigen – aber auch mit den Themen Versöhnung und Vergebung. Die Bedeutung von Heilpflanzen liegt der Künstlerin quasi im Blut: Ihr Großvater betrieb eine Gärtnerei und pflegte unter anderem den Prälatengarten im Kloster Schäftlarn, womit sie sich bis heute verbunden fühlt.

Ihr profundes Wissen über Kräuter und deren Anwendungen erwarb Sägebrecht während einer neunjährigen Tätigkeit, inklusive einer vierjährigen Ausbildung, bei einem Arzt und ganzheitlichen Mediziner. Dieses Wissen möchte sie nun in ihrem neuen Werk teilen.

Ambitionierte Zukunftspläne: Film, Reisen und Dokumentationen

Stillstand ist für Marianne Sägebrecht ein Fremdwort. Ihre nächsten Projekte umfassen:

  • Einen neuen Film gemeinsam mit dem österreichischen Schauspieler und Autor Thomas Kahry, bei dessen Drehbuch sie aktiv mitgeschrieben hat.
  • Die erste von einem TV-Sender begleitete Reise aus der Serie "Voyages mit Marianna" nach Suriname in Südamerika.
  • Weitere TV-Dokumentationen, durch die sie die Welt erkunden und darüber berichten möchte.

"Wie gerne werde ich weiterhin die Welt bereisen und meine Erfahrungen teilen!", erklärt die Schauspielerin mit ungebrochener Begeisterung.

Ein Leben voller Sinn und Verbindungen

Rückblickend betrachtet Marianne Sägebrecht ihr Leben als einen sinnvollen Gesamtweg. "Alles gehörte zusammen", resümiert sie. Schon in der Schule durfte sie Sonntagsgebete lesen, mit zwölf Jahren betrieb sie hinter dem Haus einen kleinen Theaterplatz, und später arbeitete sie sogar in einem Hospiz. Diese frühen Erfahrungen prägten ihre empathische und weltoffene Haltung.

Aus ihrer achtjährigen Ehe mit Fritz ging 1968 Tochter Daniela hervor, die sie liebevoll als "unser Geschenk" bezeichnet. Bis zu seinem Tod vor vier Jahren blieb sie in regelmäßigem Kontakt mit ihrem Ex-Mann. Gemeinsam führten sie das Kleinkunstlokal Spinnradl in Starnberg, wo Sägebrecht wertvolle Lebenserfahrungen sammelte. 1976 eröffnete sie das Mutti Bräu in Schwabing, das zum Treffpunkt vieler bekannter Persönlichkeiten wurde und lebenslange Freundschaften entstehen ließ.

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Von der Entdeckung bis zur internationalen Karriere

Entdeckt wurde Marianne Sägebrecht vom Regisseur Percy Adlon auf einer Münchner Bühne, der sie für den auch in New York erfolgreichen Film "Zuckerbaby" engagierte. Später holte er sie für "Out of Rosenheim" nach Kalifornien, der international als "Bagdad Café" berühmt wurde. Es folgten prestigeträchtige Projekte wie "Der Rosenkrieg" mit Michael Douglas in Hollywood oder Kinderfilme wie "Frau Holle".

Eine gelassene Haltung gegenüber dem Lebensende

Vor dem Sterben – oder wie sie es nennt, dem "Heimgehen" – hat Marianne Sägebrecht keine Angst. Seit einem positiven, angstfreien Nahtod-Erlebnis im Alter von 14 Jahren betrachtet sie das Lebensende mit Gelassenheit und innerem Frieden. Diese Einstellung unterstreicht ihre tiefe Verbundenheit mit den Kreisläufen der Natur und des Daseins.