Marianne Sägebrecht: Ein Leben voller Energie und neuer Projekte
Seit vielen Jahrzehnten begeistert Marianne Sägebrecht, bekannt aus Filmen wie "Zuckerbaby" und "Out of Rosenheim", das Publikum auf Bühnen und Leinwänden. Die 80-jährige Schauspielerin verrät im Interview, was ihr der Frühling bedeutet, welche Pläne sie verfolgt und warum sie keine Angst vor dem Tod hat.
Frühlingsgefühle und neue Rollen
Marianne Sägebrecht kennt keinen Stillstand, besonders nicht im Frühling. "Wenn die violetten Krokusse in meinem Garten rauskommen, weiß ich: Wir haben das Gröbste überstanden!" erklärt sie begeistert. "Im Frühling wird mein Herz leichter und springt, ich fühle mich beschwingt und umarme die Natur."
Diese Energie spiegelt sich auch in ihrer Karriere wider. Zuletzt stand sie im Herbst vergangenen Jahres für die ARD-Reihe "Watzmann ermittelt: Die Tränen der Madonna" vor der Kamera, die rund vier Millionen Zuschauer erreichte. "Eine großartige Rolle, die mir wie auf den Leib geschneidert war" schwärmt Sägebrecht. "Beim Drehen gebe ich alles, bis zur kompletten Erschöpfung. Ich bin so dankbar, dass ich noch gute Rollen bekomme."
Neue Projekte und persönliche Einblicke
Aktuell arbeitet die Schauspielerin an ihrem achten Buch, das sich mit Kräutern sowie den Themen "Versöhnung und Vergebung" beschäftigt. Ihre Verbindung zur Natur hat tiefe Wurzeln: Ihr Großvater väterlicherseits betrieb eine Gärtnerei und pflegte den Prälatengarten im Kloster Schäftlarn, mit dem sie sich bis heute verbunden fühlt.
Ihre nächsten beruflichen Pläne sind ambitioniert: Ein neuer Film gemeinsam mit dem österreichischen Schauspieler Thomas Kahry, bei dem sie auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, sowie die erste von einem TV-Sender begleitete Reise aus der Serie "Voyages mit Marianna" nach Suriname in Südamerika. "Wie gerne werde ich über meine geplanten TV-Dokumentationen weiterhin die Welt kennenlernen und dann darüber berichten!"
Persönliches Leben und Karrierehöhepunkte
Aus ihrer achtjährigen Ehe mit Fritz ging 1968 Tochter Daniela hervor, die sie liebevoll als "unser Geschenk" bezeichnet. Bis zu seinem Tod vor vier Jahren blieb sie regelmäßig mit ihrem Ex-Mann in Kontakt. Gemeinsam führten sie das Kleinkunstlokal Spinnradl in Starnberg, wo Sägebrecht viel fürs Leben lernte und 1976 das Mutti Bräu in Schwabing eröffnete.
Ihre Karriere nahm Fahrt auf, als Regisseur Percy Adlon sie auf einer Münchner Bühne entdeckte und für "Zuckerbaby" engagierte. Später holte er sie für "Out of Rosenheim" nach Kalifornien, der international als "Bagdad Café" bekannt wurde. Es folgten Projekte wie "Der Rosenkrieg" mit Michael Douglas in Hollywood und Kinderfilme wie "Frau Holle".
Eine besondere Einstellung zum Tod
Besonders bemerkenswert ist Marianne Sägebrechts Einstellung zum Tod. Seit einem "positiven, angstfreien Nahtod-Erlebnis mit 14 Jahren" hat sie keine Angst mehr vor dem Sterben, das sie als "Heimgehen" bezeichnet. "Alles in meinem Leben hat Sinn gemacht" resümiert sie. "Schon in der Schule durfte ich die Sonntagsgebete lesen, mit zwölf Jahren hatte ich hinterm Haus einen Theaterplatz, mit einem Kaplan aus Indien bin ich zu den letzten Ölungen mitgegangen und habe später in einem Hospiz gearbeitet."
Die Schauspielerin blickt auf ein erfülltes Leben zurück und freut sich auf kommende Projekte. Ihre positive Energie und Lebensfreude sind ungebrochen, und sie teilt ihre Weisheiten mit einer Generation, die von ihrer Erfahrung lernen kann.



