Stephan Dahme übernimmt Leitung des Buchheim Museums
Das Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See hat einen neuen Direktor: Stephan Dahme, ein erfahrener Kunsthistoriker, der zuletzt sechs Jahre an der Klassikstiftung Weimar als Kustos für Grafik der Moderne und Gegenwart tätig war. Der 50-Jährige wurde gestern offiziell in seinem Amt vorgestellt und tritt die Nachfolge von Daniel Schreiber an, dessen Entlassung im August 2023 für erhebliche Turbulenzen gesorgt hatte.
Ein entspannter Neuanfang nach turbulenten Zeiten
Nach den Querelen um den ehemaligen Direktor Daniel Schreiber, der wegen Störung des Betriebsfriedens entlassen wurde und dessen Arbeitsgerichtsverfahren erst im Dezember 2023 mit einem Vergleich endete, bringt Stephan Dahme einen ruhigen und zurückhaltenden Führungsstil mit. Der neue Direktor plant nicht mit spektakulären Einzelprojekten, sondern möchte vor allem im Team arbeiten und die Identität des Museums stärken. Walter Schön, der bisherige Vorstandsvorsitzende der Buchheim-Stiftung, wechselt in den Stiftungsrat, während Michael Mihatsch seine Position übernimmt.
Vielfalt als zentrales Konzept
Stephan Dahme betont, dass es ihm um das Ganze geht: Neben der weltberühmten Expressionisten-Sammlung von Museumsgründer Lothar-Günther Buchheim, zu der Werke wie Ernst Ludwig Kirchners „Berglandschaft“ von 1931 gehören, will er auch andere Aspekte des Hauses hervorheben. Dazu zählen die Architektur des Gebäudes, das von Günter Behnisch entworfen wurde und an ein Schiff erinnert, sowie die vielfältigen Sammlungsstücke wie Karussellpferde, Briefbeschwerer und der bemalte Hubschrauber im Garten. „Buchheims Umgang mit der Moderne gefiel mir immer – dieses Zusammenbringen von Spitzenkunst, Regionalem, Kunstgewerbe und außereuropäischer Kunst“, erklärt Dahme.
Erfahrung und regionale Verbundenheit
Stephan Dahme kennt die Region bereits aus seinem Studium in München Anfang der 2000er Jahre, wo er regelmäßig Ausstellungen im damals neu eröffneten Buchheim Museum besuchte. Seine berufliche Laufbahn umfasst Stationen im Museum Gunzenhauser in Chemnitz, am Dresdner Albertinum und zuletzt in Weimar, wo er auch mit dem Bauhaus vertraut wurde. Diese Erfahrung im Umgang mit Stiftungen und verschiedenen Sammlungsschwerpunkten macht ihn ideal für die neue Position.
Zukunftspläne und Erweiterungsbau
Zu seinen konkreten Vorhaben gehört der für Herbst geplante Erweiterungsbau, den Dahme als wichtiges Pfund für die künftige Museumsarbeit betrachtet. In heutigen wirtschaftlich unsicheren Zeiten sei eine solche Investition nicht selbstverständlich, aber essenziell für die Entwicklung des Hauses. Zudem interessiert sich der neue Direktor besonders für die Wirkung von Kunst auf die Betrachter und will das von seinem Vorgänger eingerichtete „Labor der Phantasie“ weiterführen, um künstlerische Prozesse anzuregen.
Mit Stephan Dahme beginnt für das Buchheim Museum ein vielversprechendes neues Kapitel, das auf Stabilität, Vielfalt und einer engen Verbindung zur Region am Starnberger See setzt.



