Özgür Karadeniz wird neuer Polizist im Großstadtrevier: „Im TV gibt es genauso viele Flaschen wie am Theater“
Neuer Polizist im Großstadtrevier: Karadeniz über TV und Theater

Neuer Polizist für das Großstadtrevier: Özgür Karadeniz startet als Tarkan Yildiz

Der Schauspieler Özgür Karadeniz (48) übernimmt eine neue Rolle in der langjährigen ARD-Polizeiserie „Großstadtrevier“. Ab sofort verkörpert er den Wachhabenden Tarkan Yildiz in der Serie, die montags um 18.50 Uhr im Ersten zu sehen ist. Der gebürtige Kieler bringt dabei typisch norddeutsche Eigenschaften mit in seine neue Position.

Norddeutsche Direktheit als Markenzeichen

„Ich komme aus Kiel, das prägt natürlich“, erklärt Karadeniz im Gespräch. „Dieses Nicht-hinterm-Busch-Reden, sondern geradeheraus und ehrlich sein, das ist für mich eine sehr norddeutsche Komponente.“ Neben dieser Direktheit betont der Schauspieler auch Verbindlichkeit als wichtige Tugend. „Ich habe einen Freundeskreis, den ich seit der fünften Klasse kenne. Wir stehen bis heute wöchentlich in Kontakt, sind eng verbunden.“

Uniformierte Rollen sind dem erfahrenen Darsteller nicht fremd. Seit dem Jahr 2012 gehört er als Polizeiwachen-Chef Ömer Kaplan zum festen Cast der ZDF-Filmreihe „Nachtschicht“. Diese Erfahrung kommt ihm nun bei seiner neuen Aufgabe im Hamburger Revier zugute.

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Erfolgsrezept der Serie: Nähe zum Alltag

Karadeniz beschreibt sich selbst als bodenständig – eine Eigenschaft, die perfekt zur Serie passt. Seit über vier Jahrzehnten läuft „Großstadtrevier“ bereits im Ersten und stellt damit eine Ausnahmeerscheinung im schnelllebigen Fernsehgeschäft dar. „Ich glaube, der große Unterschied ist die Nähe zu den Menschen“, analysiert der Schauspieler.

Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und keine überhöhten Heldenfiguren charakterisieren die Serie. „Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Geschichten nah an den Menschen bleiben. Es wird volksnah erzählt.“ Statt übertriebener Dramatik stehen Fälle im Mittelpunkt, die im echten Leben verankert sind.

Von der Bühne zum Bildschirm: Karriere ohne Alternative

Für Karadeniz selbst war der Weg ins Fernsehen früh vorgezeichnet. Als Alternative hatte er lediglich „Rockstar oder Sportjournalist“ im Blick. Doch die Vorstellung, zunächst über Kreisliga-Spiele berichten zu müssen statt direkt über die Champions League, schreckte ihn ab. „Letztlich war die Schauspielerei alternativlos“, resümiert er.

Der Schauspieler hat Theater, Fernsehen und Kino ausprobiert und räumt mit romantischen Vorstellungen über die Bühnenkunst auf. „Am Theater lernt man zunächst: Das ist die ‚Urkunst‘. Später merkt man, dass das Unsinn ist.“ Seine Begründung: „Im Fernsehen gibt es genau so viele Flaschen, wie am Theater.“

Gesetzestreu mit kleinen Schwächen

Trotz dieser nüchternen Einschätzung bezeichnet Karadeniz seinen Beruf als Traum – auch als TV-Polizist. Ob er schon einmal Ärger mit echten Gesetzeshütern hatte? „Meine Achillesferse sind Parktickets und gelegentliches Geblitztwerden“, gibt er offen zu. Ansonsten sei er ein gesetzestreuer Bürger – ganz im norddeutschen Sinne verbindlich und zuverlässig.

Seine erste „Amtshandlung“ im Großstadtrevier bestand übrigens im Aufbau eines Tischkickertisches für die Wache – ein passender Start für den neuen Kollegen, der Wert auf Teamgeist und zwischenmenschliche Beziehungen legt.

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