Neustrelitzer Festspiele: „Csárdásfürstin“ feiert mit Melancholie und Lebenslust
Die Freilicht-Festspiele des Neustrelitzer Theaters setzen in diesem Sommer auf einen absoluten Operettenklassiker. Mit der „Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán präsentieren Deutschlands größte Operettenfestspiele auf dem Schlossberg eine Produktion, die bereits über 6000 Karten verkauft hat. Regisseur Sven Müller, Intendant der Theater- und Orchestergesellschaft, führt die Regie bei dieser elfmaligen Aufführungsserie im Juli.
Eine Operette für unsere Zeit
„Das Leben feiern, auch wenn die Welt in Aufruhr ist“ – diese ermutigende Botschaft macht die vielleicht erfolgreichste Operette der Welt laut Müller besonders zeitgemäß. Die Geschichte der unstandesgemäßen Liebe zwischen der Sängerin Sylva und dem Fürstensohn Edwin bezeichnet der Regisseur dabei als „die melancholischste aller Operetten“. Dennoch feiere das Stück das Leben, die Liebe und das Theater als Ort großer Gefühle und Freiheit jenseits gesellschaftlicher Konventionen.
Vieles an dem 1915 entstandenen Werk „hat eine Menge mit uns zu tun“, betont Müller. Die Stimmung am Ende einer Epoche, die viele ins Amüsement flüchten lasse, während andere Bewahrenswertes konservieren wollten, spiegle aktuelle gesellschaftliche Tendenzen wider. Die Operette mache Vergänglichkeit bewusst und stecke „voller Weisheiten und guter Ratschläge“ – etwa dem Rat, das Glück „im eig'nen Herzen“ zu suchen.
Bühnenbild verbindet Theaterwelt und maritime Elemente
Ausstatterin Lena Brexendorff hat ein vielschichtiges Bühnenbild entwickelt, das gleichermaßen die Theaterwelt und einen Hafen symbolisiert. Mit Kulissen in Form von Vorhängen und gewaltigen Wellen, deren Rückseiten in verschiedenen Akten unterschiedliche Bilder entwerfen, schafft sie eine visuell beeindruckende Atmosphäre. Kraftvolles Rot dominiert Bühnenbild und Kostüme, wobei Farbe, Fülle und Fantasie des Theaters im Kontrast zur kleinkariert-konventionellen Welt des Fürstensohns Edwin stehen.
Musikalische Höhepunkte und große Besetzung
Dirigent Kenichiro Kojima, der wie im Vorjahr auch am Pult der Neubrandenburger Philharmonie stehen wird, beschreibt Komponist Emmerich Kálmán als „genialen Melody-Maker“. Kálmán habe Melodien erschaffen, „die einem immer wieder begegnen und nicht mehr aus dem Kopf gehen“. Bekannte Gassenhauer wie „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“, „Die Mädis vom Chantant“, „Machen wir's den Schwalben nach“ oder das innige „Tausend kleine Englein singen“ werden im Sommer vom Schlossberg erklingen.
Die Produktion trumpft in gewohnter großer Besetzung auf: Mit Solisten wie Laura Scherwitzl, Laura Albert und Andrés Felipe Orozco, dem Chor, der Neubrandenburger Philharmonie und der Deutschen Tanzkompanie entsteht ein opulentes Gesamterlebnis. Dies ist bereits das fünfte Werk Kálmáns, das in 25 Jahren auf die Schlossgarten-Bühne kommt – damit führt der Komponist die Hitliste der Freilicht-Festspiele an.
Aufführungstermine und besondere Veranstaltungen
„Die Csárdásfürstin“ wird vom 3. bis zum 26. Juli 2026 auf dem Neustrelitzer Schlossberg aufgeführt. Am 11. Juli findet der traditionelle Tag des Nordkurier mit einer Sondervorstellung speziell für Abonnenten und Leser statt. Für diesen Abend werden Karten mit zehn Prozent Rabatt beim Servicepunkt im Nordkurier-Medienhaus in Neubrandenburg (Friedrich-Engels-Ring 29) oder beim Ticketservice unter 0395 35116134 angeboten.
Regisseur Sven Müller zeigt sich optimistisch: „Mal sehen, ob wir die gute Vorjahressaison toppen können.“ Im vergangenen Sommer begeisterte die ebenfalls von Kálmán stammende „Zirkusprinzessin“ das Publikum – wenn auch als weniger bekanntes Werk des Erfolgskomponisten. Die „Csárdásfürstin“ verspricht nun mit ihrer Mischung aus Melancholie, Lebenslust und unvergesslichen Melodien ein weiteres Highlight der Neustrelitzer Festspieltradition zu werden.



