25 Jahre Konzertkirche: Orgelbaumeister stimmt für Starorganistin
Orgelbaumeister stimmt Orgel für Starorganistin

25 Jahre Konzertkirche: Meisterliche Orgelpflege für musikalische Höhepunkte

Seit sieben Jahren ist Andreas Schulz der vertraute Hüter der majestätischen Orgel in der Neubrandenburger Konzertkirche. Kaum jemand kennt das Herz dieses Instruments so intim wie der erfahrene Orgelbaumeister aus Berlin. Einmal im Jahr macht er sich mit Werkzeug, Ersatzteilen und Prüfgeräten auf den Weg, um die Königin der Instrumente einer gründlichen Inspektion zu unterziehen.

Drei Tage intensiver Arbeit für perfekte Klangqualität

Die jährliche Wartung ist ein aufwendiges Unterfangen, das drei volle Tage in Anspruch nimmt. Schulz erklärt: „Ich führe eine komplette technische Durchsicht aller Funktionen durch und überprüfe minutiös die Stimmung.“ Dabei muss er vier Etagen der zwölf Meter hohen Orgel erklimmen, um jedes Detail zu inspizieren. Hinter der Eingangstür beginnt die Arbeit mit der Elektrik, wo hunderte farbige Leitungen den Spieltisch auf der Bühne mit dem Inneren der Orgel verbinden.

Anschließend widmet sich Schulz den komplexen Holzverbindungen, die vom fest installierten Spieltisch zu den einzelnen Pfeifen führen. Jede der insgesamt 2852 Pfeifen wird einzeln angespielt, um die Tonlage zu überprüfen. Früher assistierte ein Lehrling bei dieser Prozedur, indem er die Tasten betätigte, während der Meister die Pfeifen justierte. Heute nutzt Schulz ein handliches Gerät, ähnlich einem Tastenhandy, um die Pfeifen präzise anzustimmen.

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Vom tiefsten Bass bis zur höchsten Spitze

Die Bandbreite der Orgel ist beeindruckend: Die tiefsten Töne werden von sechs Meter langen Pfeifen erzeugt, während die höchsten von einer winzigen Pfeife stammen, die nur etwa elf Millimeter misst. Diese erzeugt einen Ton mit 15.600 Schwingungen pro Sekunde, eine Frequenz, die an der oberen Grenze des menschlichen Hörvermögens liegt. Schulz betont: „Wir sollten unser Gehör nicht unterschätzen.“ Der Meister erkennt sofort, wenn eine Pfeife auch nur minimal verstimmt ist.

Diese Fähigkeit teilt er mit Iveta Apkalna, der lettischen Starorganistin, die das Instrument 2017 eingeweiht hat und seitdem regelmäßig in der Konzertkirche auftritt. Zwei- bis dreimal pro Jahr ist sie zu hören, und am Samstag, dem 28. Februar, steht ihr nächstes Solokonzert an. Die Meisterin an der Orgel und der Orgelbaumeister stehen in engem telefonischen Kontakt. Apkalna meldet sich, wenn eine Pfeife nicht den gewünschten Ton trifft, und Schulz kümmert sich um die notwendigen Korrekturen.

Eine besondere Beziehung zu einem einzigartigen Instrument

Neben der jährlichen Hauptwartung erfolgt unmittelbar vor großen Konzerten eine zusätzliche Zungenstimmung der einzelnen Pfeifen, um sicherzustellen, dass keine Misstöne den musikalischen Genuss trüben. Baut ein Orgelbaumeister nach so vielen Jahren der Pflege eine emotionale Bindung zu seiner Orgel auf? Schulz antwortet mit einem Schmunzeln: „Eine schöne Reise zu einer schönen Orgel unternehme ich immer wieder gerne.“

Die Orgel selbst ist ein Meisterwerk der Handwerkskunst: Von den 2852 Pfeifen bestehen 2501 aus Zinnlegierungen, die anderen aus Holz. Jede Pfeife ist ein Unikat und trägt zum einzigartigen Klangcharakter des Instruments bei. Iveta Apkalnas Konzert am 28. Februar um 19.30 Uhr verspricht mit Werken von Robert Schumann, Franz Liszt, Pēteris Vasks und Arvo Pärt ein besonderes Klangerlebnis.

Jubiläumsserie feiert 25 Jahre Konzertkirche

Die Neubrandenburger Konzertkirche wurde am 13. Juli 2001 mit einem Festkonzert eröffnet. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Jahr 2026 präsentiert eine Serie 25 Geschichten über das Haus und seine Menschen. Von einer 700 Jahre alten Wandmalerei, die vergessene Geschichten erzählt, bis hin zu verborgenen Nistkästen für Falken – die Serie lädt dazu ein, die Konzertkirche aus neuen Perspektiven zu entdecken.

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