Protestaktion im Bode-Museum: Aktivistin klebt sich an Vitrine gegen Wirtschaftsministerin
Bei einer spektakulären Protestaktion auf der Berliner Museumsinsel hat sich eine Demonstrantin an eine Vitrine im Bode-Museum festgeklebt. Die Polizei musste anrücken, um die Frau zu lösen, und ermittelt nun wegen Hausfriedensbruchs. Nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) wurde kein Ausstellungsobjekt beschädigt, aber der Vorfall sorgte für erhebliche Aufmerksamkeit.
Kritik an Wirtschaftsministerin Reiche
Die Gruppierung Neue Generation gab bekannt, dass es sich bei der Aktivistin um eine Unterstützerin ihrer Bewegung handelt. Sie hatte sich als Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verkleidet und sich im Münzkabinett des Museums mit Sekundenkleber an eine Glasvitrine geklebt, in der historische Geldstücke ausgestellt sind. Mit dieser drastischen Aktion kritisiert die Gruppe, dass Reiche „nicht die nötige kritische Distanz zur Wirtschaft“ halte, um „als Ministerin im Sinne der Bevölkerung unabhängig zu entscheiden“.
Polizeieinsatz und Ermittlungen
Ein Polizeisprecher bestätigte, dass der Einsatz seit etwa 16 Uhr lief. Die Frau wurde von der Vitrine gelöst und wird nun wegen Hausfriedensbruchs zur Verantwortung gezogen. Die Polizei sicherte die Szene ab und dokumentierte den Vorfall, während Museumsbesucher die ungewöhnliche Protestform verfolgten. Die SPK-Sprecherin betonte, dass trotz der Störung die Sicherheit der Exponate gewährleistet blieb.
Hintergrund der Bewegung Neue Generation
Die Bewegung Neue Generation hat sich aus der aufgelösten Klimaschutzgruppe Letzte Generation entwickelt, die sich im Januar 2025 auflöste. Die Letzte Generation war in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Straßenblockaden und öffentliche Aktionen bekannt geworden. Die Neue Generation setzt diese Tradition fort, wobei sich ihr Fokus nun auch auf wirtschaftspolitische Themen ausweitet. Diese Protestaktion im Bode-Museum markiert einen neuen Höhepunkt ihrer Aktivitäten, der die Debatte über politischen Aktivismus und Museumsicherheit neu entfacht.



