Pumuckl im Doppelpack: Werkstatt-Glück und Ketchup-Sabber
Von herzerwärmender Werkstatt-Action bis zu Sabber-Hunden und pupsenden Mumien: Warum der Pumuckl dieses Jahr so unterschiedliche Emotionen weckt – von Lachern bis Kopfschütteln.
Von Cordula Dieckmann, dpa 26.03.2026, 05:30
Die politische Weltlage ist schwierig und teils beängstigend – da könnte ein lustig-frecher Kobold gerade recht kommen. Rund um Ostern starten eine Art Pumuckl-Festspiele im Fernsehen: RTL+ setzt die zweite Staffel von „Neue Geschichten vom Pumuckl“ fort, während Prime Video „Schnick Schnack - Pumuckl treibt Schabernack“ im Angebot hat.
Zweimal derselbe Kobold, doch die Gegensätze zwischen der liebenswerten TV-Serie und der Show könnten nicht größer sein. Was hat es damit auf sich?
Das sind die Sendetermine
Bei RTL wird der Ostersonntag (5. April) zum Koboldstag. Ab 15.25 Uhr gibt es neue Folgen der Serie „Neue Geschichten vom Pumuckl“, alle sechs Episoden nacheinander. Bei RTL+ sind sie bereits ab Donnerstag (26. März) verfügbar.
Prime Video bringt die Show „Schnick Schnack - Pumuckl treibt Schabernack“ mit sechs Folgen am 1. April an den Start.
Bei RTL: „Neue Geschichten vom Pumuckl“
Die Handlung: Der Kobold stellt die Geduld von Florian Eder (Florian Brückner) wieder auf die Probe. So sorgt ein von Eder geschreinerter Schreibtisch für Aufregung, der komische Geräusche macht und obendrein zwickt. Ein Minigolf-Spiel gefährdet eine Verlobung und Eder trifft den „Bomber Bernd“, der ihn in der Schule immer gemobbt hat. Ein Heinzelmännchen treibt nicht nur den Pumuckl um, sondern auch Eder und seinen Freund Michi – nachts im Schlafanzug.
Das hochemotionale Finale umfasst zwei Folgen: Nach einem Unfall ist Pumuckl verschwunden. Eder ist untröstlich und sucht nach seinem kleinen Wicht.
Die Gefühle: „Pumuckl“ ist mal wieder Emotion pur. Wer die Folgen sieht, kann von Herzen lachen, schadenfroh sein, mitfiebern und am Ende ein paar Tränen verdrücken.
Die Wirkung: Regisseur Marcus H. Rosenmüller erzählt gewohnt amüsant und liebevoll – Seelenbalsam fürs Herz, gepaart mit wunderbaren Lebensweisheiten und Alltagsbeobachtungen. Etwa, wenn es ums Verlieren beim Minigolf geht, was fast Klaras Verlobungsfeier mit Valentina platzen lässt. Oder wenn ein erwachsener Mann sich um einen Holzwicht sorgt, den er nachts nicht einsam auf der Straße stehen lassen will, ohne Gefährten („Da ist er ja ganz allein!“).
Zitate:
- „In Gedanken räume ich auf.“ (Pumuckl zu Eder)
- „Das ist schönste Durcheinanderritis.“ (Pumuckl über das Chaos in der Werkstatt)
- „Du musst das Leben nehmen wie die Schokolade, mal süß, mal klebrig aber immer lecker.“ (Pumuckl sinniert über das Leben)
- Meister Eder: „Wenns Leben mag, dann erleben wir zwei noch ganz viele Geschichten.“ Pumuckl: „Ganz viele Geschichten zum ganz vielen Dichten“.
Bei Prime Video: „Schnick Schnack - Pumuckl treibt Schabernack“
Das Versprechen: Die Show bringe den Kobold mitten ins echte Leben, heißt es in der Ankündigung von Prime Video. In rund 20 Minuten soll der Wicht Streiche spielen, während eine versteckte Kamera filmt, wie Menschen hereingelegt werden, so der Streaminganbieter.
Die Zielgruppe: Alle, die nicht am altbekannten und beliebten Pumuckl hängen. Und die nach leichter Unterhaltung suchen, die nicht allzu viel abverlangt.
Die Koboldsstimme: Mit der meisterhaften Neuinterpretation von Maxi Schafroth hat die Show-Stimme nichts gemein. Es ist eine mit Künstlicher Intelligenz erstellte Mischung aus dem Original-Pumuckl-Sprecher Hans Clarin (längst verstorben) und dem Schauspieler Michael Kessler, blechern und aufdringlich.
Nur vom Aussehen her ist es Pumuckl, wie man ihn kennt und liebt. Doch der verhält sich so gar nicht pumuckelig. So lässt er sich etwa von drei Hunden abschlecken, damit sie sein mit Ketchup verschmiertes Hemd mit ihrem Sabber säubern – eine Vorstellung, die dem „echten“ Pumuckl wohl die roten Haare zu Berge stehen lassen und ihn in höchsten Tönen kreischen lassen würde. Denn Koboldskenner wissen: Pumuckl hat Respekt vor Hunden.
Die Späße: Die Streiche wirken bemüht und werden nicht dadurch besser, dass sie dem Kobold untergeschoben werden. Er vertauscht Golfbälle und bewirft Menschen im Park mit gemähtem Gras. Immer wieder drückt er Knöpfe, etwa im Spielzeugladen, wo Spielsachen aus Sicht ahnungsloser Kunden ein Eigenleben entwickeln. Seifenblasen schweben, Plüschtiere schleudern durch die Luft und ein Puppenkopf mit Bauhelm rast kichernd auf einem Minibagger umher.
Die Opfer: In gefühlt 90 Prozent der Fälle werden Frauen hereingelegt. Weil sie sich aus Sicht der Macher besser als Opfer eignen? Sie rennen kreischend vor einem T-Rex davon (einem kostümierten Mann). Und in einer Autowaschanlage kämpfen sie sich mit hochgehobenem Rock durch Schaummassen („Oh ne, gut, dass ich keine Seidensachen anhabe“). Und in einer Ausstellung betrachten sie kichernd eine pupsende Mumie, offensichtlich weil es für sie so ins Drehbuch geschrieben wurde.
Das Fazit: Gäbe es den Pumuckl in echt, würde er sich wohl bei den Machern der Show für Chaos sorgen und mindestens alle ihre Schlüssel verstecken.



