Scheich Achmed rockt die Lindenhalle: Ein nostalgischer Rückblick auf das Malchiner Stadttheater
Die Lindenhalle in Malchin war am Freitagabend bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Heimat- und Museumsverein zu einem besonderen Erinnerungsabend einlud. Im Mittelpunkt standen die unvergesslichen Theaterstücke des Malchiner Stadttheaters, die über viele Jahre das Altstadtfest bereichert hatten. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem emotionalen Wiedersehen mit Kultfiguren und beliebten Darstellern aus vergangenen Zeiten.
Eine Kultfigur kehrt zurück
Torsten Gertz, der über Jahre als Scheich Achmed aus Brunei die Bühne des Malchiner Stadttheaters beherrschte, holte sein legendäres Gewand für diesen Abend erneut aus dem Schrank. "Getrennt habe ich mich davon nie", verriet Gertz, "dafür hängen einfach zu viele schöne Erinnerungen an diese Rolle." Bereits am Eingang begrüßte der Scheich persönlich alle 160 Besucher mit Handschlag und dem traditionellen "Salam Aleikum", was für eine authentische Atmosphäre sorgte.
Humorvolle Rückblicke und musikalische Highlights
Thomas Koch, Autor von elf Stücken des Stadttheaters, führte durch den Abend und blickte humorvoll auf die Geschichte der Theatertruppe zurück. Die Stücke nahmen immer wieder Themen aus dem Malchiner Alltag aufs Korn, wie etwa den umstrittenen Sparkassenbau am Markt, den die Schauspieler mit Hilfe des bulgarischen Verhüllungskünstlers Christo auf witzige Weise verschwinden ließen.
Der Höhepunkt des Abends war zweifellos der Auftritt von Scheich Achmed, der den Stadtfest-Hit "Nix mit Harem, nix Kamele" erklingen ließ und damit das Publikum begeisterte. Die anhaltende Popularität der Kultfigur zeigte sich in den zahlreichen Foto-Wünschen der Besucher nach der Vorstellung.
Weitere musikalische Einlagen und filmische Rückblicke
Für weitere musikalische Akzente sorgte Jan Tessin, der als "Mecklenburger Cowboy" mit seiner Liebeserklärung "Wir alle sind Malchiner" die Verbundenheit mit der Heimatstadt zum Ausdruck brachte. Auf einer großen Leinwand waren zudem die bekanntesten Darsteller in einem Video von der Abschiedsvorstellung des Stadttheaters im Jahr 2011 zu sehen. Besonders emotional war der Auftritt von Harald Koch, dem "Bürgermeister der Herzen", der in fast allen Stadtfeststücken die Rolle des Stadtoberhaupts mit viel Herzblut verkörperte.
Zukunft des Theaters in Malchin
Auf die Frage nach einem möglichen Comeback der Theateraufführungen gab Thomas Koch eine klare Antwort: "Wir haben damals aufgehört, als es am schönsten war. Und das war gut so." Dennoch ist er überzeugt, dass Malchin weiterhin reichlich Stoff für neue Theaterstücke bietet. Er verwies dabei auf aktuelle Themen wie das traurige Schicksal der Weihnachtspyramide und die teure Aufwärmhalle im Freibad, die bis heute kaum genutzt wird.
Der Erinnerungsabend in der Lindenhalle bewies eindrucksvoll, dass die Tradition des Malchiner Stadttheaters trotz der Einstellung der Aufführungen im Jahr 2011 weiterlebt. Die Begeisterung des Publikums und die emotionale Verbundenheit mit den Kultfiguren zeigen, dass diese Ära der Stadtgeschichte einen bleibenden Platz im Herzen der Malchiner hat.



