Volksbühne Berlin: Das Vermächtnis von René Pollesch lebt weiter
Die Welt des Bürgers gerät aus den Fugen – dieses Thema setzen Fabian Hinrichs und Anne Hinrichs nun an der Volksbühne Berlin fort. Sie führen das Werk des vor zwei Jahren verstorbenen Theatermachers René Pollesch mit großer Hingabe und emotionaler Tiefe weiter. Sein letztes Stück erlebte hier seine bewegende Premiere und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Eine emotionale Hommage auf der Bühne
Fabian Hinrichs steht auf der Bühne, die ihm sein enger Freund und künstlerischer Weggefährte René Pollesch hinterlassen hat. Mit den Worten „Er ist tot, er kommt auch nicht wieder“ bringt er die endgültige Abwesenheit des Verstorbenen auf den Punkt. Die Art, wie Hinrichs diese lapidaren Sätze vorträgt, verrät den emotionalen Kloß, der ihm dabei im Halse sitzt. Die Spannung und Trauer sind im Raum fast greifbar.
Hinter ihm hängt an der Wand eines schmucken, aber fragilen Häuschens ein Porträtfoto von Pollesch. Dieses Häuschen, das sich im Laufe des Stücks als untauglicher Schutzraum erweisen wird, symbolisiert die Brüchigkeit und Unsicherheit der bürgerlichen Welt, die Pollesch so oft thematisierte.
Die Fortführung eines künstlerischen Erbes
Die Inszenierung „Irgendetwas ist passiert“ ist mehr als nur eine Theateraufführung. Sie ist eine persönliche und künstlerische Hommage an einen der prägendsten Theatermacher der deutschen Szene. Fabian und Anne Hinrichs gelingt es, den Geist und die kritische Haltung von Pollesch lebendig zu halten, während sie gleichzeitig ihre eigene Interpretation einbringen.
Die Volksbühne Berlin bleibt damit ein zentraler Ort für experimentelles und gesellschaftskritisches Theater. Das Stück reflektiert nicht nur den Verlust eines großen Künstlers, sondern auch die fortwährende Suche nach Halt und Sinn in einer aus den Fugen geratenen Welt.



