Kriegsverlust kehrt heim: Cranach-Porträt nach Jahrzehnten wieder in Dresden
Ein seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschollenes Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren und seiner Werkstatt ist nach vielen Jahrzehnten in die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister zurückgekehrt. Das kleinformatige Porträt zeigt Kurfürst Friedrich den Weisen und befand sich zuletzt in französischem Privatbesitz, wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mitteilten.
Entdeckung in Frankreich und Rückführung
Als das Gemälde in einem Auktionshaus auf seine Herkunft überprüft wurde, stellte sich heraus, dass es einst zum Bestand der SKD gehörte. Die bisherigen Besitzer des Bildes und der Verein Museis Saxonicis Usui – Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden halfen dabei, das Kunstwerk wieder an seinen ursprünglichen Herkunftsort zu bringen. Ab sofort ist es in der aktuellen Sonderausstellung zu Friedrich dem Weisen im Münzkabinett des Residenzschlosses zu sehen. Nach dieser Präsentation wird das Werk dauerhaft in der Sempergalerie im Zwinger ausgestellt.
Historischer Kontext und Bedeutung
Die SKD verfügen nach eigenen Angaben mit 67 Werken über den weltweit größten Bestand an Cranach-Werken. Von diesen gingen 18 Gemälde im Zweiten Weltkrieg verloren, sieben sind inzwischen wieder nach Dresden zurückgekehrt. Insgesamt belaufen sich die Kriegsverluste der Dresdner Gemäldegalerie auf rund 500 Werke, was die Bedeutung dieser Rückkehr unterstreicht. Die Rückführung des Porträts markiert einen wichtigen Schritt in der Wiederherstellung des historischen Kunstbestands.
Lucas Cranach der Ältere, der von 1472 bis 1553 lebte, zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern der Renaissance. Seine Werke sind für ihre detailreiche Darstellung und künstlerische Qualität bekannt. Das zurückgekehrte Porträt von Kurfürst Friedrich dem Weisen, einem wichtigen Förderer der Reformation, hat somit nicht nur kunsthistorischen, sondern auch kulturpolitischen Wert. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden betonen, dass solche Rückführungen essenziell für die Bewahrung des kulturellen Erbes sind.



