Der Internationale Museumstag in Thüringen stand in diesem Jahr im Zeichen der Finanzsorgen der Museen. Der Präsident des Thüringer Museumsverbandes, Roland Krischke, kritisierte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die anhaltende Ungewissheit über die Höhe der Landesmittel für geplante Projekte wie Ausstellungen. Die sogenannte Projektförderung in Höhe von insgesamt 400.000 Euro sei besonders für kleine Häuser mit geringem Etat von großer Bedeutung. „Es kann nicht sein, dass man Mitte Mai noch nicht weiß, wohin der Hase läuft“, so Krischke.
Fehlende Klarheit trotz Haushaltslücke
Die Museen benötigten endlich verlässliche Zahlen, mit denen sie planen könnten. Stattdessen gebe es erneut Unklarheiten um die Finanzierung des Volontariatsprogramms für den wissenschaftlichen Museumsnachwuchs, dessen Einstellung im vergangenen Jahr noch verhindert werden konnte. Hintergrund ist eine Finanzierungslücke im Landeshaushalt, die durch Einsparungen in den Ministerien geschlossen werden muss. Krischke forderte die Spitze des Kulturministeriums auf, endlich Entscheidungen zu treffen.
Rund 90 Häuser beteiligten sich
Laut Verband beteiligten sich etwa 90 Museen mit Veranstaltungen am Internationalen Museumstag, der in Thüringen zentral im Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg eröffnet wurde. Viele Häuser lockten Besucher mit freiem Eintritt, was jedoch nicht allen möglich sei, so Krischke. Ein besonderes Jubiläum feierte das Lutherhaus Eisenach, das den 70. Jahrestag seiner Gründung als Museum beging. In dem mittelalterlichen Fachwerkhaus soll Martin Luther als Schüler von 1498 bis 1501 gewohnt haben. Das Museum zeigt unter anderem eine Dauerausstellung zur Bedeutung von Luthers Bibelübersetzung für Sprache, Literatur und Musik. Seit 2015 kamen laut Museum mehr als 450.000 Besucher.
Zum Thüringer Museumsverband gehören rund 240 Häuser, die jährlich von fast vier Millionen Menschen besucht werden.



