Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa mit 68 Jahren gestorben: Vom Gangmitglied zum umstrittenen Architekten des Genres
Afrika Bambaataa gestorben: Hip-Hop-Pionier mit umstrittener Vergangenheit

Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa im Alter von 68 Jahren verstorben

Eine der prägendsten Figuren der Hip-Hop-Geschichte ist nicht mehr: Der US-amerikanische Musiker Afrika Bambaataa, bürgerlich Lance Taylor, starb im Alter von 68 Jahren. Ein Freund aus seinem Umfeld teilte am Donnerstag auf Facebook mit, Bambaataa sei "friedlich eingeschlafen und wachte nicht mehr auf". Das frühere Plattenlabel Tommy Boy Records würdigte den DJ und Produzenten auf Instagram als "Pionier des Hip-Hop und der Elektromusik".

Vom Gangmitglied zum kulturellen Architekten

Afrika Bambaataa wurde in der New Yorker Bronx geboren und wuchs in einer Sozialbau-Siedlung auf. Als Jugendlicher schloss er sich der Straßenbande Black Spades an, doch ein gewonnener Essay-Wettbewerb ermöglichte ihm eine Reise nach Afrika, die seine Weltanschauung grundlegend veränderte. Anfang der 1970er Jahre begann er, Block-Partys in der Bronx zu organisieren, und gründete später die Universal Zulu Nation. Diese Organisation hatte zum Ziel, Jugendliche von Gewalt abzubringen und Hip-Hop als Bewegung für Frieden und Einheit zu etablieren.

"Planet Rock" revolutionierte die Musikwelt

Mit dem Song "Planet Rock" aus dem Jahr 1982 schrieb Bambaataa Musikgeschichte. Der Track verband erstmals Rap mit elektronischen Klängen und wurde zu einem weltweiten Hit. Interessanterweise orientierte sich Bambaataa dabei an Stücken der deutschen Band Kraftwerk aus Düsseldorf, was den internationalen Einfluss seiner Musik unterstreicht. Die Hip Hop Alliance bezeichnete ihn in ihrem Nachruf als einen der "grundlegenden Architekten der Hip-Hop-Kultur".

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schwere Vorwürfe überschatten das Vermächtnis

Das spätere Leben des Musikers wurde von schwerwiegenden Anschuldigungen überschattet. Mehrere Männer beschuldigten Bambaataa laut Medienberichten, sie in jungen Jahren sexuell missbraucht zu haben. Der Musiker wies diese Vorwürfe stets zurück. Im Jahr 2016 distanzierte sich die von ihm gegründete Universal Zulu Nation von ihrem Gründer und entschuldigte sich bei mutmaßlichen Opfern, wie das Branchenmagazin "Rolling Stone" berichtete.

Laut mehreren Medienberichten litt Bambaataa an Prostatakrebs. Das Promi-Portal TMZ meldete, er sei im US-Bundesstaat Pennsylvania verstorben. Sein Tod markiert das Ende einer äußerst widersprüchlichen Karriere, die sowohl musikalische Innovationen als auch persönliche Kontroversen umfasste.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration