Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa gestorben: Der Vater von »Planet Rock« wurde 68 Jahre alt
Afrika Bambaataa gestorben: Hip-Hop-Pionier wird 68

Hip-Hop-Legende Afrika Bambaataa im Alter von 68 Jahren verstorben

Der wegweisende Hip-Hop-Künstler und DJ Afrika Bambaataa ist nach Angaben seines ehemaligen Plattenlabels Tommy Boy Records gestorben. Der Musiker, der weltweit vor allem durch seinen Hit »Planet Rock« aus dem Jahr 1982 bekannt wurde, erreichte ein Alter von 68 Jahren. In einer Erklärung auf Instagram betonte das Label: »Mit seinem Tod denken wir über seine Beiträge zum Genre und zur breiteren Kultur nach, die bis heute nachwirken.«

Krebskomplikationen führten zum Tod

Laut Berichten des Promi-Portals »TMZ« starb Bambaataa am Donnerstag im US-Bundesstaat Pennsylvania an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung. Die »New York Times« zitierte einen Facebook-Post seines langjährigen Weggefährten Mickey Bentson von der Universal Zulu Nation, wonach der Musiker friedlich eingeschlafen sei. Bambaataa, der 1957 als Lance Taylor in der Bronx geboren wurde, begann seine Karriere zunächst als Mitglied der Straßenbande The Black Spades.

Vom Gangmitglied zum Kulturpionier

Nach einem Aufsatzwettbewerb, der ihm eine Reise nach Afrika ermöglichte, gründete er eine Organisation zur Vermittlung friedlicher Werte, aus der später die Universal Zulu Nation hervorging. Diese internationale Vereinigung gleichgesinnter Hip-Hop-Freunde trieb er ab 1976 durch die Veranstaltung legendärer Blockpartys voran. Inspiriert von DJ Kool Herc, erweiterte Bambaataa die musikalische Basis des entstehenden Hip-Hop, indem er neben Funk und Soul auch elektronische Musik einbezog.

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»Planet Rock«: Ein Meilenstein der Musikgeschichte

Sein größter kommerzieller Erfolg, der Track »Planet Rock«, gilt als Musterbeispiel für seinen diversen Geschmack. Für diesen Song verwendete er Samples von Babe Ruth, B.T. Express, Captain Sky, Rick James und zwei Kraftwerk-Songs: »Trans-Europa Express« und »Numbers«. Der Hit schaffte es 1982 in die Charts der USA und Großbritanniens, was für Rap-Platten zu dieser Zeit keineswegs selbstverständlich war. Sein Einfluss auf Electro-Funk und nachfolgende Hip-Hop-Untergenres war enorm und brachte ihm den Beinamen »Godfather of Hip Hop« ein.

Deutscher Einfluss und internationale Anerkennung

Auch in Deutschland hinterließ Bambaataa Spuren: Der DJ und Produzent Westbam wählte seinen Künstlernamen als Hommage an den New Yorker, und der deutsche Rap-Pionier Torch von Advanced Chemistry war Mitglied der Zulu Nation. Weggefährten wie der Musiker Kurtis Blow würdigten seinen Beitrag: »Als Gründer der Universal Zulu Nation half Afrika Bambaataa dabei, die frühe Identität des Hip-Hop als globale Bewegung zu prägen, die in Frieden, Einheit, Liebe und Spaß verwurzelt ist.« Blow betonte jedoch auch die Komplexität seines Vermächtnisses.

Kontroverse Vorwürfe und spätere Jahre

Afrika Bambaataa war ab 2016 mit Vorwürfen sexueller Übergriffe konfrontiert, die mutmaßlich in den Achtziger- und Neunzigerjahren stattfanden. Die Betroffenen gaben an, zum Zeitpunkt der Vorfälle minderjährig gewesen zu sein. Bambaataa bestritt diese Anschuldigungen und wurde nie strafrechtlich verurteilt. Dennoch distanzierte sich die Universal Zulu Nation im Juni 2016 öffentlich von ihrem Gründer und entschuldigte sich bei den Opfern. Im Jahr 2025 verlor Bambaataa einen Zivilprozess wegen Missbrauchs, nachdem er nicht vor Gericht erschienen war.

Sein Einfluss auf die Hip-Hop-Geschichte bleibt unbestritten, auch wenn sein Erbe von Kontroversen überschattet wird. Die Musikwelt trauert um einen Pionier, der mit seiner innovativen Herangehensweise und seiner visionären Arbeit die Kultur nachhaltig geprägt hat.

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