DDR-Legende Frank Schöbel kritisiert fehlende Radiopräsenz ostdeutscher Künstler
Der ehemalige DDR-Schlagerstar Frank Schöbel beklagt in einem aktuellen Interview die mangelnde Präsenz ostdeutscher Interpreten im Radio. Der 83-jährige Sänger, der vor der Wende als größter Schlagerstar der DDR galt, äußert sich kritisch über die aktuelle Medienlandschaft.
Persönliche Erinnerungen an die Uckermark
Frank Schöbel verbindet viele positive Erinnerungen mit der Uckermark. Besonders das kleine Dorf Groß Fredenwalde bei Gerswalde hat einen besonderen Platz in seinem Herzen. "Die Eltern meiner damaligen Lebenspartnerin Aurora Lacasa hatten dort ein Grundstück", erinnert sich der gebürtige Leipziger. "An den Wochenenden sind wir oft mit unseren Kindern zu ihnen gefahren."
Der Sänger schwärmt noch heute von den entspannten Stunden im Grünen: "Sie hatten einen super gepflegten Garten, daran erinnere ich mich noch genau." Auch Prenzlau ist dem Künstler positiv in Erinnerung geblieben – hier feierte er vor drei Jahren seinen 80. Geburtstag auf der Bühne der Uckerseehalle vor hunderten begeisterten Fans.
Kritik an fehlender Radiopräsenz
Trotz seiner ungebrochenen Popularität beim Publikum beklagt Schöbel die fehlende Unterstützung durch Radiostationen. "Man spielt uns einfach nicht mehr", so der Sänger. "Manchmal habe ich die Vermutung, dass mancher darauf wartet, dass wir endlich tot sind."
Der Künstler ist überzeugt, dass ostdeutsche Interpreten bewusst in der Versenkung verschwinden sollen. Dabei stellen Künstler seiner Generation nach wie vor ernstzunehmende Konkurrenz im Schlagergeschäft dar. Während jüngere Kollegen teilweise Tourneen mangels Nachfrage absagen müssen, verkaufen sich Schöbel-Tickets weiterhin ausgezeichnet.
Aktivität und Fitness im neunten Lebensjahrzehnt
Frank Schöbel denkt nicht ans Aufhören. "Zum Glück bin ich fit", erklärt der dreifache Vater, der durch Hits wie "Gold in deinen Augen" und "Ich geh' vom Nordpol zum Südpol zu Fuß" bekannt wurde. Seine Energie für mehrstündige Bühnenprogramme führt er auf gute Gene zurück: "Meine Mutter ist 96 geworden, mein Vater blieb leider im Krieg."
Doch auch Disziplin gehört dazu: "Mittwochs spiele ich noch regelmäßig Fußball, und man trifft mich auch im Fitnesscenter, von nichts kommt nichts." Nach seinen Auftritten verbringt der Sänger regelmäßig eine Stunde mit Autogrammen und Gesprächen mit Fans, bevor er selbst ans Steuer steigt und nach Hause fährt – egal wie weit die Strecke noch ist.
Rückkehr in die Uckermark mit Weihnachtstournee
Für die kommende Weihnachtstournee ist in der Uckermark bereits kräftig die Werbetrommel gerührt worden. Plakate kündigen die Konzerte an, und Karten sind bereits im Vorverkauf erhältlich. Der sportliche Senior hat übers Jahr verteilt weiterhin lukrative Auftritte im Kalender stehen und bleibt seinem Publikum treu.
Weihnachten verbringt Frank Schöbel traditionell im Kreis der Familie. "Ich habe versprochen, dass ich komme", sagt der heute in Berlin lebende Star. "Ansonsten wäre auch gut vorstellbar, dass ich im Schlafanzug auf der Couch lümmele und mir alte DDR-Märchenfilme anschaue. Vielleicht nächstes Jahr."



