Demminer Jagdhornbläser: Tradition und Nachwuchs sichern musikalische Zukunft
Ein traditionsreicher Klang erlebt in Demmin eine Renaissance: Die Jagdhornbläser der Stadt begeistern nicht nur mit klassischen Jagdsignalen, sondern auch mit einem vielfältigen Repertoire aus Volksliedern und anderen musikalischen Stücken. Die Gruppe, die derzeit aus sechzehn passionierte Musikerinnen und Musiker besteht, trifft sich regelmäßig zu Proben und sichert ihre Zukunft durch eine engagierte Nachwuchsarbeit.
Historische Wurzeln und musikalische Entwicklung
Die Demminer Jagdhornbläser blicken auf eine fast fünfzigjährige Geschichte zurück. Im Jahr 1978 von Wolfgang Schulz gegründet, entstand die Bläsergruppe ursprünglich im Kontext des DDR-Jagdwesens, wo sie als kultureller Bestandteil der Jagdgesellschaften fungierte. „Zu DDR-Zeiten war alles der Planerfüllung untergeordnet. Das betraf auch das Jagdwesen, zu dem ein kultureller Passus gehörte“, erinnert sich Schulz. Die Gruppe entwickelte sich schnell zu einem festen Bestandteil des lokalen Kulturlebens und gewann unter der Leitung von Werner Braun, der von 1878 bis 1980 aktiv war, durch eigene Kompositionen an musikalischer Vielfalt.
Die Wendezeit brachte zwar Herausforderungen mit sich, führte aber auch zu neuen Kontakten und Freundschaften mit Jägern aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Heute sind die Demminer Jagdhornbläser bei zahlreichen Anlässen zu hören, darunter:
- Bläserfeste der Hansestadt
- Jubiläen und Stadtfeste
- Hochzeiten und Geburtstage
- Trauerfeiern und Dorffeste
Nachwuchsarbeit sichert die Zukunft
Um den Fortbestand der Gruppe zu gewährleisten, setzen die Demminer Jagdhornbläser auf eine aktive Nachwuchsförderung. Diana Marquardt und Carlo Michel kümmern sich in Workshops und Schnupperkursen um junge Talente. „Auch für mich war der Schnupperkurs der Einstieg ins Jagdhornblasen“, betont Marquardt. Diese Initiative trägt Früchte, wie das Beispiel von Franka Kelm zeigt, die nach einem Schnupperkurs im Februar dieses Jahres fest ins Ensemble aufgenommen wurde.
Die Jugendbläsergruppe, die in der Vergangenheit bereits etliche Preise bei DDR-Bezirksausscheiden errang, setzt diese Tradition fort. Annette Klinger, Tochter des Gründers Wolfgang Schulz, ist ein lebendiges Beispiel für die generationenübergreifende Leidenschaft: „Ich spielte damals schon Akkordeon und Gitarre, der Weg zum Ventiljagdhorn und Jagdwaldhorn war gar nicht schwierig“.
Vielfältige Auftritte und regionale Verankerung
Die Demminer Jagdhornbläser sind nicht nur in ihrer Heimatregion aktiv, sondern haben auch überregionale und internationale Auftritte absolviert. Erinnerungen an Konzerte in westdeutschen Städten und im Nachbarland Polen werden in der Gruppe lebendig gehalten. In diesem Jahr sind die Musiker unter anderem beim Bläserfest der Hansestadt und beim Sommerfest der Tutower Feuerwehr zu erleben.
Mit Mitgliedern wie Gerd Borgwardt, der sich 2010 nach dem Zusammenbruch seiner vorherigen Bläsergruppe den Demminern anschloss, zeigt sich die Anziehungskraft der traditionsreichen Formation. Die Kombination aus jagdlichem Brauchtum, musikalischer Vielfalt und gemeinschaftlichem Engagement macht die Demminer Jagdhornbläser zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region.



