Musikalische Vielfalt in historischen Mauern: Sukower Kirche wird zur Konzertbühne
Wenn sich die warmen Klänge von Blechbläsern unter das alte Kirchendach schmiegen und der Abend langsam über den Feldern von Sukow versinkt, beginnt hier eine neue musikalische Ära. Mit der ambitionierten Konzertreihe „Die Kirche bleibt im Dorf“ setzt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Pinnow ein deutliches Zeichen für lebendige Kultur, für zwischenmenschliche Begegnungen und für die kreative Nutzung sakraler Räume abseits der urbanen Zentren.
Ein Programm zwischen Tradition und modernem Experiment
Bereits im April verwandelt sich die Sukower Kirche in eine einzigartige Bühne für außergewöhnliche Klangerlebnisse. Zwischen historischem Backstein, wertvollem Holz und jahrhundertealter Geschichte entfaltet sich ein sorgfältig kuratiertes Programm, das bewusst Brücken schlägt zwischen musikalischer Tradition und zeitgenössischem Experiment. Big-Band-Sound, expressive Vokalmusik und sogar das selten zu hörende elektronische Theremin treffen hier auf die frisch restaurierte Runge-Orgel und verleihen dem sakralen Raum völlig neue klangliche Dimensionen.
Kraftvoller Auftakt mit Big-Band-Klängen
Den musikalischen Auftakt gestaltet am Freitag, dem 17. April, um 19.30 Uhr ein Konzert, das gleich zu Beginn die Richtung der gesamten Reihe vorgibt: kraftvoll, mitreißend und erfüllt von authentischer Spielfreude. Die Big-Band „AtaXoundZ“, eine Formation engagierter Amateurmusikerinnen und -musiker aus Schwerin, bringt den klassischen Sound großer Jazzlegenden wie Duke Ellington und Count Basie in die ländliche Idylle von Sukow. Doch das Ensemble verharrt nicht im musikalischen Gestern: Lateinamerikanische Rhythmen durchflirren das gesamte Kirchenschiff, während bekannte Rock- und Soul-Klassiker in eigens arrangierten Fassungen überraschend neu erstrahlen.
So entsteht ein musikalischer Abend, der gleichermaßen vertraut und erfrischend innovativ wirkt. Die Konzertreihe versteht sich dabei ausdrücklich nicht als einmaliges Ereignis, sondern als nachhaltige Einladung zum regelmäßigen Wiederkommen. Am 11. September um 17 Uhr übernimmt der renommierte Theodor-Körner-Chor die Bühne und füllt den sakralen Raum mit vielschichtigem, vielstimmigem Gesang. Wenn sich die einzelnen Stimmen kunstvoll verweben und die Melodien durch das gesamte Kirchenschiff tragen, entsteht jene besondere emotionale Nähe, die Chormusik so unverwechselbar und berührend macht.
Elektronische Klangwelten treffen auf historische Orgel
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt erwartet die Besucher am 9. Oktober um 19 Uhr: Dann begegnen sich mit der historischen Orgel und dem modernen Theremin zwei Klangwelten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb eine faszinierende künstlerische Symbiose eingehen. Das Theremin, eines der ältesten vollständig elektronischen Instrumente überhaupt, wird ausschließlich durch präzise Handbewegungen in der Luft gespielt und erzeugt dabei schwebende, fast geisterhaft anmutende Töne. Im kreativen Zusammenspiel mit den klangvollen Registern der restaurierten Runge-Orgel entsteht ein außergewöhnliches Musikerlebnis, das gleichermaßen ungewohnt wie zutiefst beeindruckend ist.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Konzertreihe ist grundsätzlich frei. Am Ausgang wird jedoch um großzügige Spenden gebeten, um die Fortführung der Konzertreihe und die damit verbundenen organisatorischen sowie künstlerischen Aufwendungen nachhaltig zu unterstützen. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Pinnow schafft mit diesem Projekt nicht nur kulturelle Angebote, sondern belebt gleichzeitig den dörflichen Gemeinschaftsraum und stärkt den sozialen Zusammenhalt in der Region.



