Volksmusik-Legende Margot Hellwig äußert sich exklusiv zur Absetzung der ARD-Show
Die Einstellung der langjährigen ARD-Unterhaltungsshow "Immer wieder sonntags" sorgt nicht nur bei Fans für Bestürzung, sondern auch bei prominenten Vertretern der Volksmusikszene. Margot Hellwig (84), eine Ikone des Genres, spricht im exklusiven Interview mit der AZ über die überraschende Entscheidung des Senders und zeigt sich besonders besorgt um den langjährigen Moderator und Gastgeber Stefan Mross (50).
Existenzgrundlage von Stefan Mross bricht weg
Seit dem Jahr 2005 stand Stefan Mross als charismatischer Gastgeber auf der Bühne im Europa-Park und prägte die Sendung maßgeblich. Mit dem geplanten Sendeschluss im September 2026 nach insgesamt 31 Jahren zieht die ARD einen endgültigen Schlussstrich unter das Kultformat. "Es gibt bereits zu wenige TV-Shows mit Volksmusik und Schlager. Jetzt wurde auch noch 'Immer wieder sonntags' abgesetzt. Das ist so bitter. Das war ja Stefan Mross' Existenz", erklärt Margot Hellwig mit deutlichen Worten am Wohnzimmertisch ihres gemütlichen Münchner Zuhauses.
Die Volksmusik-Legende sieht in der Absetzung nicht nur den Verlust einer erfolgreichen Sendung, sondern auch das Verschwinden einer essenziellen Plattform für Künstler und eine feste berufliche Konstante im Leben von Stefan Mross. Der Entertainer präsentiert derzeit keine weitere regelmäßige Show im Fernsehen, was die Situation zusätzlich verschärft. Die ARD begründet die Entscheidung mit Sparmaßnahmen und einer stärkeren Fokussierung auf jüngere Formate.
Jahrzehntelange Verbindung und Sorge um die Branche
Margot Hellwig und Stefan Mross verbindet eine lange gemeinsame Erfolgsgeschichte, die bereits in den Neunzigerjahren mit gemeinsamen TV-Auftritten, Volksmusik-Galas und Tour-Produktionen begann. Auch bei "Immer wieder sonntags" war Hellwig mehrfach zu Gast, zuletzt im Jahr 2014. Die 84-Jährige blickt selbst auf eine äußerst erfolgreiche Karriere zurück, die sie von 1963 bis 2010 gemeinsam mit ihrer Mutter Maria Hellwig bestritt.
"Wir hatten noch eine tolle und vor allem finanziell gute Zeit", erinnert sich Hellwig an eine Ära, in der Volksmusik im Fernsehen und auf Festen regelmäßig präsent war und Musikanten gut davon leben konnten. Heute bedauert sie die schwierigen Bedingungen für Nachwuchskünstler: "Junge Künstler haben es heutzutage schwer, bekannt zu werden und sich eine Karriere aufzubauen". Insgesamt fehle es an Formaten, die Newcomer im TV angemessen präsentieren würden.
Persönlicher Rückzug und veränderte Zeiten
Im Jahr 2015 verabschiedete sich Margot Hellwig bei Florian Silbereisen offiziell von der Bühne und schließt ein TV-Comeback kategorisch aus: "Ich kann mir kein TV-Comeback vorstellen. Seit dem Tod meines Mannes habe ich nicht mehr gesungen. Ich habe die Freude am Singen verloren". Ihr Ehemann Arthur Lindermayr, mit dem sie 55 Jahre verheiratet war, verstarb 2016 nach langer Krankheit. Der Gedanke, nach einem Auftritt allein nach Hause zu kommen, sei für sie nicht vorstellbar.
Mit Florian Silbereisen, einem weiteren prominenten Vertreter der Volksmusikszene, hat die 84-Jährige derzeit keinen regelmäßigen persönlichen Kontakt, obwohl er sie vor einigen Jahren noch daheim besuchte. "Das Leben, die Show und der Alltag gehen weiter. Die Zeiten haben sich auch geändert. Aber Florian ist einfach auch zu beschäftigt. Sein Pensum ist beeindruckend", so Hellwig.
Branchenwandel und ungewisse Zukunft
Während Margot Hellwig in ihrem Münchner Zuhause auf Jahrzehnte im Rampenlicht zurückblickt, steht die gesamte Volksmusikbranche vor einem tiefgreifenden Wandel. Traditionelle Formate wie "Immer wieder sonntags" verschwinden zunehmend aus dem Programm, während neue, oft digitale Konzepte in den Fokus rücken. Für Hellwig bleibt vor allem die Sorge um einstige Weggefährten wie Stefan Mross bestehen – und die fundamentale Frage, welchen Platz Volksmusik und Schlager künftig noch im deutschen Fernsehen einnehmen werden.



