Historischer Moment für Prenzlau: Die Hill-Orgel kehrt nach 80 Jahren zurück
Ein außergewöhnliches kulturelles Ereignis erwartet die Einwohner von Prenzlau und die gesamte Uckermark im Mai 2026. Vom 14. bis 17. Mai finden bewegende Festtage zur Einweihung der großen Hill-Orgel in St. Marien statt, dem Wahrzeichen der Kreisstadt. Nach mehr als acht Jahrzehnten des Schweigens erhält die im Zweiten Weltkrieg ausgebrannte Kirche endlich ihre musikalische Stimme zurück.
Vielfältiges Programm mit internationalen Künstlern
Die Festtage sind Teil des 15. Uckermärkischen Orgelfrühlings der Stiftung Uckermärkische Orgellandschaft und werden von der Uckermärkischen Kulturagentur im Auftrag der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Prenzlau Land veranstaltet. Den Auftakt bildet am 14. Mai um 10.30 Uhr der festliche Gottesdienst zur Orgelweihe mit Kreiskantor Hannes Ludwig als Organist.
Das Herzstück der Feierlichkeiten sind vier Festkonzerte mit herausragenden internationalen Organisten. Bereits ausverkauft ist das Konzert „Last night of the Proms“ am 16. Mai mit 800 Plätzen. Doch Jürgen Bischof, geschäftsführender Direktor der Uckermärkischen Kulturagentur, gibt Entwarnung: „Karten gibt es noch für alle anderen Konzerte, die Orgelführung und die Orgelreise.“ Erhältlich sind diese über Eventim, die Stadtinformation am Marktberg oder direkt in der Kulturagentur.
Internationale Stars der Orgelszene
Zu den Höhepunkten zählen Auftritte von Weltklasse-Organisten wie Thomas Trotter aus Birmingham, Jonathan Scott aus Manchester, Henry Fairs aus Birmingham und Chris Bragg von der St. Andrew's University in Schottland. Landeskirchenmusikdirektor Gunter Kennel und der Stralsunder Orgelspezialist Martin Rost komplettieren das renommierte Ensemble.
Besonders erwähnenswert ist das Konzert „Virtuose Transkriptionen“ am 15. Mai mit Jonathan Scott, der bekannte klassische Werke von Händel, Mozart und Beethoven in atemberaubenden Orgeltranskriptionen präsentiert. Bereits am Eröffnungstag erklingt die Hill-Orgel erstmals öffentlich im Konzert „God save the King!“ mit Werken von Elgar, Mendelssohn Bartholdy, Bach, Reger und zwei Uraufführungen.
Großes Chor-Orgel-Orchesterkonzert mit 180 Mitwirkenden
Ein absolutes Highlight verspricht das große Chor-Orgel-Orchesterkonzert am 16. Mai unter der Leitung von Jürgen Bischof. Seit Wochen proben die Kantorei Prenzlau, der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau und der Chor der Technischen Universität Szczecin für diesen besonderen Auftritt. Mitte April sind gemeinsame Proben der Ensembles geplant.
Das Preußische Kammerorchester in sinfonischer Besetzung wird die Sänger und den Organisten an der großen Hill-Orgel begleiten. Insgesamt fast 180 Mitwirkende gestalten das Konzert auf der Empore und im Altarraum des Prenzlauer Wahrzeichens – ein klangliches Ereignis von historischer Dimension.
Historische Orgel mit bewegter Geschichte
Die jetzt eingeweihte Orgel stammt aus dem Jahr 1904 und wurde von der Londoner Firma Hill & Son gebaut. Seit Monaten wird das Instrument von der Eberswalder Orgelbauwerkstatt GbR in der Marienkirche aufgebaut. Ihre Rückkehr nach Prenzlau markiert nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein historisches Ereignis ersten Ranges.
Begleitprogramm mit vielfältigen Angeboten
Neben den Konzerten bietet das Festival ein reichhaltiges Begleitprogramm. Am 16. Mai zwischen 13 und 15 Uhr erwarten die Besucher ein Dokumentarfilm, ein Vortrag über die Schottland-Orgeln und den Orgelbauer Hill sowie eine Buchpräsentation. Eine Orgelreise durch die Uckermark am 15. Mai ab 10 Uhr und eine Orgelführung um 12 Uhr laden zur Entdeckung der regionalen Orgellandschaft ein.
Am 17. Mai steht Chris Bragg bei der „Orgel-Matinee“ ab 11 Uhr auf dem Programm. Mutige Besucher können sich um 12 Uhr selbst an der Hill-Orgel versuchen. Den Abschluss bildet um 15.30 Uhr der Gottesdienst „Choral Evensong“ mit The English Choir aus Berlin unter William Peart.
Besonders familienfreundlich: Die Highland-Games auf dem Marktberg am 14. Mai ab 13 Uhr sowie weitere Begleitveranstaltungen können kostenlos besucht werden. Ein Festival, das nicht nur Musikliebhaber, sondern die gesamte Region in seinen Bann ziehen wird.



