Pingo Schlüter kehrt mit neuem Album und fetter Release-Party zurück
Nach acht Jahren Funkstille meldet sich der Altrocker Pingo Schlüter eindrucksvoll zurück. Der Kopf der legendären Band „Strafsache Dr. Schlüter“ hat endlich wieder Zeit für seine große Leidenschaft: die Musik. Mit 66 Jahren auf dem Gitarrenbuckel startet er in den Ruhestand und feiert dies mit einer neuen Platte und einer ausgelassenen Party im Digital Garden in Schwerin.
Von Grabower Schoko-Küsschen zur musikalischen Rückkehr
Zum Geburtstag gab es für Ingo Schlüter, der als Pingo bekannt wurde, 66 Grabower Schoko-Küsschen – eine süße Hommage an seine Geburtsstadt an der Elde. Nach Jahren im stressigen Berufsleben als Gewerkschafter beim DGB Nord kann sich der Musiker nun voll und ganz seiner Kunst widmen. „Ich hab' Lust, dem Affen Zucker zu geben“, posaunt er übermütig und taucht täglich in die Songs und Melodien seines neuen Albums ein.
„Alles Schick“ – Ein musikalisches Lesebuch mit 14 Songs
Das neue Album „Alles Schick“ ist mit 14 Songs und 57 Minuten Laufzeit geradezu unmodern lang geworden, wie Pingo selbst feststellt. Fünf Jahre hat er das Soloprojekt vor sich hergeschoben, nun ist es endlich fertig. „Freunde und Weggefährten haben sich daran beteiligt. Sogar meine Söhne Ron und Nils, die Schlagzeug und Banjo spielen“, verrät der stolze Vater. Die Platte beschreibt er als musikalisches Lesebuch mit Liebesliedern für Fortgeschrittene und groovigen Textversteher-Songs für Harmoniesüchtige.
Seine musikalischen Vorbilder sind unverkennbar Bob Dylan und Neil Young. „Manche Texte erschließen sich einem erst, wenn man sich zu Hause aufs Sofa kracht und sich die Songs in Ruhe anhört“, rät der Songpoet. Bei Live-Konzerten greift der selbst ernannte Vorsitzende der Anonymen Guitarholiker am liebsten zur Klampfe – manchmal schleppt er bis zu neun Gitarren mit, von der Mandoline bis zur Bouzouki.
Release-Party in Schwerin: Wo alles begann
Ende März gibt Pingo eine erste Kostprobe seines neuen Albums mit einer fetten Party und Konzert im Digital Garden in Schwerin. „Ich wollte das unbedingt in Schwerin machen, weil wir hier musikalisch groß geworden sind“, erklärt er die Wahl des Ortes. Das Album-Release besteht aus zwei Teilen: Zuerst spielt er neue Pingo-Songs, dann folgt die Party mit der guten alten Strafsache Dr. Schlüter.
Wer nicht bis zur Party warten möchte, kann sich die Songs bereits auf YouTube, Spotify und anderen Plattformen anhören. Pingo hat sie gerade hochgeladen und freut sich auf die Reaktionen seiner Fans.
Vom Maschinenbau-Studenten zum gefeierten Musiker
Pingos musikalische Karriere begann neben dem Maschinenbau-Studium in Rostock, wo er mit seiner Band Canguru auftrat. Die Formation Strafsache Dr. Schlüter entstand eigentlich ungeplant: „Wir haben mal spontan auf einer Party gespielt“, erinnert sich der Musiker. Auch wenn die Band offiziell nicht mehr existiert, sind die Mitglieder immer noch ein fester Freundeskreis und spielen gelegentlich spontan auf Feiern.
Mehr als nur Musik: Engagement für soziale Gerechtigkeit
Neben seiner musikalischen Karriere machte sich Pingo Schlüter auch als Ingo Schlüter einen Namen – als aufrechter Gewerkschafter an der Spitze des DGB Nord. Mehr als 30 Jahre setzte er sich für soziale Gerechtigkeit und die Schwachen in der Gesellschaft ein. Auf seine Initiative ging etwa die Job-Parade in Schwerin gegen Jugendarbeitslosigkeit zurück, die bis Anfang der 2000er-Jahre stattfand.
Appell für mehr Gelassenheit in aufgewühlten Zeiten
Der Ex-Gewerkschater lässt die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht kalt. „Trotz alledem leisten wir uns ganz schön viel Gereiztheit“, sagt er mit Blick auf den rauen Ton, den sich einige Zeitgenossen zulegen. „Wir spielen gerade zu sehr Prinzessin auf der Erbse. Es würde uns allen guttun, gelassener mit den ganzen Reizthemen und miteinander umzugehen.“
Pingo ist überzeugt, dass wir es aushalten sollten, wenn unser Gegenüber eine andere Meinung vertritt. „Klar, wenn jemand menschenverachtend und rassistisch auftritt, ist der Bart ab“, sagt er. „Aber wenn es nur um andere Meinungen geht, sollten wir nicht über jedes Stöckchen springen.“
Konzerttermine für 2026
Für alle, die den Altrocker live erleben möchten, hier die wichtigsten Termine:
- 29. März, 20 Uhr: Konzert und Party mit Pingo Schlüter & The Studiocracks und Strafsache Dr. Schlüter im Digital Garden in Schwerin
- 26. Mai, 19 Uhr: Dienstagskonzert des MusikKlubs auf dem Markt in Schwerin
- 30. Oktober, 17 Uhr: Musikalisches Dinner im Niederländischen Hof mit akustischem Unplugged-Konzert
Musiker, die gern mal mit Pingo zusammen auftreten möchten, können sich direkt bei ihm melden. Der 66-Jährige spielt sich gerade warm und freut sich auf weitere Auftritte im Land.



