Die deutsche ESC-Teilnehmerin Sarah Engels hält den Eurovision Song Contest nicht für den richtigen Ort, um politische Konflikte auszutragen. Mehrere Länder boykottieren den diesjährigen Wettbewerb, weil sie einen Ausschluss Israels fordern. Engels vertritt eine andere Haltung.
Politische Debatten um den ESC
Hintergrund sind anhaltende politische Debatten über das größte Musikevent der Welt. Mehrere Länder – Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island – boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen. Sie hatten im Vorfeld gefordert, den jüdischen Staat vom ESC auszuschließen. Die Europäische Rundfunkunion kam dieser Forderung nicht nach, woraufhin die fünf Länder ihren Rückzug erklärten.
Engels‘ Position
„Auf der Welt passieren aktuell schlimme Dinge. Davor darf man auf keinen Fall die Augen verschließen“, sagte die 33-jährige Sängerin der Nachrichtenagentur dpa. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass der Eurovision Song Contest die falsche Bühne ist, um tiefe politische Konflikte auszutragen.“ Für Engels steht die Musik im Vordergrund: „Für mich ist das ein Ort für Musik, für Leidenschaft und dafür, Menschen emotional miteinander zu verbinden – egal, woher sie kommen.“
Verbindende Kraft bewahren
„Es wäre einfach traurig, wenn diese verbindende Kraft verloren geht, weil wir versuchen, dort Probleme zu lösen, die eigentlich ganz woanders hingehören“, betonte Engels. Sie finde, dass man das trennen können müsse – „ohne die Wichtigkeit der Themen herabzustufen“. Das ESC-Finale findet am 16. Mai in Wien statt. Für Deutschland tritt Engels mit ihrem Lied „Fire“ an.
Auslöser des Gazakriegs war das Massaker der islamistischen Hamas und anderer Terroristen in Israel, bei dem am 7. Oktober 2023 etwa 1200 Menschen getötet und mehr als 250 verschleppt wurden. Die Debatte über die Rolle politischer Botschaften beim ESC hält an.



