Protest gegen Israels ESC-Teilnahme in Wien: Tausende fordern Ausschluss
Tausende protestieren gegen Israels ESC-Teilnahme in Wien

Vor der Final-Show des Eurovision Song Contest (ESC) haben in Wien mehrere Tausend Menschen gegen die Teilnahme Israels demonstriert. Die Protestkundgebung unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“ begann mit weniger als den angekündigten 3.000 Teilnehmern, vermutlich aufgrund des schlechten Wetters mit Wind und Regen. Im Laufe des Protestmarsches wuchs die Menge jedoch deutlich an.

Vorwürfe der Heuchelei

Die Demonstranten warfen den ESC-Veranstaltern Heuchelei vor, da Israel im Gegensatz zu Russland teilnehmen dürfe. Sie schwenkten Plakate mit Aufschriften wie „Freiheit für Palästina“ oder „Block Eurovision“ und skandierten Parolen gegen die israelische Regierung.

Kritik des palästinensischen Botschafters

Der palästinensische Botschafter in Wien, Salah Abdel Shafi, verurteilte die Teilnahme Israels scharf. Er bezeichnete sie als „eine Beleidigung für die Kunst, für die Kultur, für die Musik und für die Menschheit“ und erhob schwere Vorwürfe gegen Israel, darunter Völkermord und ethnische Säuberungen. Besonders attackierte er Deutschland für einen seiner Ansicht nach unkritischen Umgang mit Israel. Er kritisierte, dass das Schicksal eines gestrandeten Wales in Deutschland mehr Interesse wecke als sterbende Kinder im Gaza-Streifen.

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Vergleiche mit Russland

Kritiker der israelischen Teilnahme ziehen häufig Vergleiche mit der Suspendierung Russlands durch die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den ESC veranstaltet. Unterstützer Israels hingegen argumentieren, dass Moskaus Angriff auf die Ukraine nicht mit der israelischen Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas vergleichbar sei. Die israelische Regierung weist die Völkermord-Vorwürfe entschieden zurück.

Die Demonstration begann mit einigen Hundert Teilnehmern und entwickelte sich im Verlauf zu einer größeren Kundgebung. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten.

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