Vier neue Spiele für den perfekten Eskapismus aus dem Alltag
Vier Spiele gegen den Alltagsfrust: Nioh 3, Saros und mehr

Videospiele bieten für viele Spieler eine willkommene Ablenkung vom Alltag. Besonders sogenannte Hardcore-Games treiben dieses Prinzip auf die Spitze. Sie zeichnen sich durch einen unerbittlichen Schwierigkeitsgrad aus und erfordern höchste Konzentration sowie Leidensfähigkeit. Im Mittelpunkt steht das Scheitern, um daraus zu lernen. Was nach Arbeit klingt, nehmen Millionen von Gamern weltweit freiwillig in Kauf, wie die Verkaufszahlen von Erfolgstiteln wie Elden Ring oder der Dark Souls-Reihe belegen. Fans dieses Genres finden gerade darin Entspannung, dass die Spiele so schwer zu gewinnen sind. Die Ziele und Regeln sind klar, die eigenen Möglichkeiten ebenfalls. Die Spiele beschränken sich meist auf wenige Mechaniken wie Angriff und Verteidigung, die dafür perfekt beherrscht werden müssen. Wer verliert, hat etwas falsch gemacht und kann es sofort erneut versuchen, bis das Hindernis überwunden ist. Im Chaos des Spiels herrscht also eine geordnete und kontrollierte Atmosphäre – ein schöner Kontrast zur allgemeinen Unordnung der realen Welt. In letzter Zeit sind mehrere Spiele erschienen, die diese Prinzipien wunderbar umsetzen und somit eine ideale Zerstreuung bieten. Der SPIEGEL stellt vier davon vor.

Saros: Ein herausfordernder Shooter im Retro-Stil

Saros ist ein Shooter des Studios Housemarque, erhältlich für die Playstation 5 mit einer USK-Freigabe ab 16 Jahren. Der Preis liegt bei rund 80 Euro. In den 1980er Jahren folgten Videospiele meist einfachen Regeln, wie die legendäre Space Invaders-Reihe: Unten das Raumschiff der Spieler, oben die feindlichen Schiffe, die abgeschossen werden müssen, während man ihren Geschossen ausweicht. Simpel, aber nicht einfach. Genauso funktioniert auch Saros. Die Spieler müssen Geschossen ausweichen und Gegner effektiv und schnell ausschalten. Die Farben der Projektile – rot, gelb oder blau – spielen eine wichtige Rolle, da sie unterschiedliche Reaktionen erfordern: Abwehr mit dem Schild, schnelles Ausweichen oder Parieren. Was simpel klingt, entwickelt sich zu einem herausfordernden Shooter, bei dem schnelle und präzise Reaktionen gefragt sind. Die Spieler müssen sich die Angriffsmuster der Gegner genau einprägen. Felsen im Terrain können als Schutz dienen, aber auch dazu führen, dass man plötzlich mit dem Rücken zur Wand steht und ein leichtes Ziel wird. Saros ist ein Roguelite: Wenn die Energieleiste leer ist, beginnt das Spiel von vorne, aber die Levelstruktur und Gegnerplatzierung sind zufällig und ändern sich bei jedem Durchgang. Das ist zum Verzweifeln, aber auch echt spaßig.

Nioh 3: Ein düsteres Soulslike in Japan

Nioh 3 ist ein Action-Adventure von Team Ninja, erhältlich für Playstation 5 und PC mit einer USK-Freigabe ab 18 Jahren. Der Preis liegt bei rund 80 Euro. Soulslikes sind inzwischen ein eigenes Genre, das ähnlich wie die Dark Souls-Reihe von From Software aufgebaut ist. Ein einsamer Recke kämpft sich durch eine einsame Welt. Ungewöhnlich ist der hohe Schwierigkeitsgrad: Wer unaufmerksam ist, Gegner unterschätzt oder zu tollkühn handelt, sieht schnell den Game-Over-Screen. Nioh 3 gehört zu diesem Genre. In der Rolle eines Kriegers geht es in ein düsteres Japan, wo die Grenzen zwischen historischer Realität und übernatürlichem Albtraum verschwimmen. In einer harten Trial-and-Error-Schule bezwingt man Dämonen und Samurai, sammelt bessere Ausrüstung und verfeinert den Kampfstil. Neu im dritten Teil ist, dass das Spiel sich von seinem linearen Design verabschiedet. Die Spieler können die Welt freier erkunden dank offenerer Level. In den Kämpfen können sie zwischen schwerer Samurai-Rüstung und agilen Ninja-Techniken wechseln. Nioh 3 bemüht sich um mehr Zugänglichkeit: Checkpoints sind großzügiger verteilt, und mit Bögen oder Gewehren können Gegner aus der Ferne bekämpft werden. Die Bosskämpfe bleiben jedoch unerbittlich. Wer nicht lernt, die Spielmechaniken perfekt zu timen, wird sofort bestraft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden: Eine bizarre Lebenssimulation

Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden ist eine Lebenssimulation von Nintendo, erhältlich für Switch und Switch 2 mit einer USK-Freigabe ab 0 Jahren. Der Preis liegt bei rund 60 Euro. Was macht man in diesem Spiel? Sehr viel und eigentlich auch gar nichts. Die Spieler schauen oft nur erstaunt zu. Ziel ist es, eine Insel mit Miis zu bevölkern – drollige Figuren, die in einem Editor erstellt werden. Die Miis haben eigene Häuser, Geschäfte wie einen Supermarkt oder Möbelladen. Manchmal haben sie Hunger, also gibt man ihnen Lebensmittel. Manchmal sind sie gelangweilt, also gibt man ihnen einen Actionfilm auf DVD. Vor allem aber wollen die Miis andere Miis kennenlernen. Die Spieler stehen ihnen dabei mal mehr, mal weniger hilfreich zur Seite. Sie steuern die Figuren nicht direkt, geben aber Gesprächsthemen vor, wenn zwei Miis sich näherkommen. Themen, Namen, Orte – alles kann frei gewählt werden, ohne Grenzen in der Wortwahl. Tomodachi Life ist also eine Lebenssimulation, aber vor allem ein Fiebertraum. Die monotonen und abgehackten Stimmen der Miis sind kein Fehler, sondern Programm. Man lauscht den oft bizarren Dialogen, die sich zwischen den Figuren entspinnen. Der Reiz liegt darin, immer mal wieder auf der kleinen Insel vorbeizuschauen, um zu sehen, wie sich das Leben in dieser Parallelwelt entwickelt.

Pokémon Pokopia: Ein meditatives Aufbauspiel

Pokémon Pokopia ist ein Aufbauspiel von Game Freak, erhältlich für Nintendo Switch 2 mit einer USK-Freigabe ab 6 Jahren. Der Preis liegt bei rund 70 Euro. Normalerweise machen sich Menschen die Eigenschaften von Pokémon zunutze, indem sie sie fangen, trainieren und gegen andere antreten lassen. In diesem Spiel haben sich die Pokémon jedoch emanzipiert. Die Spieler übernehmen die Rolle des Pokémons Ditto, das zunächst allein ist und dafür sorgen muss, dass andere Pokémon auf eine öde Insel zurückkehren, indem es ihre Habitate wiederherstellt. Dazu pflanzt es Büsche oder stellt Nester aus Stroh her. Der spielerische Kern ist Dittos Fähigkeit, die Fähigkeiten anderer Pokémon zu adaptieren. So erlernt es, Wasser zu spritzen, um die Umgebung zu bewässern, einen Hieb, um Holz zu zerhacken, oder besondere Muskelkraft, um Felsen zu verschieben. Mit diesen und vielen anderen Fähigkeiten können die Spieler ihre eigene Welt bauen. Sie sammeln Materialien, um Möbel herzustellen, graben sich in den Boden ein, um Flüsse umzuleiten, oder erstellen in stundenlanger Kleinstarbeit ganze Monumentalbauten. Die Möglichkeiten sind fast unendlich, das Spielprinzip ist geradezu meditativ. Kämpfe wie in anderen Pokémon-Spielen gibt es nicht. Die Herausforderung liegt darin, besonders fantasievoll zu sein.