Führungswechsel bei Bayreuther Festspielen aufgeschoben
Die Bayreuther Festspiele müssen sich weiterhin in Geduld üben, was die lang erwartete Neuausrichtung ihrer Verwaltungsstruktur betrifft. Der für die Position des General Managers vorgesehene Matthias Rädel wird sein Amt erst nach Abschluss der diesjährigen Jubiläumsfestspiele antreten können. Ursprünglich war der Dienstantritt bereits für Anfang dieses Jahres geplant gewesen.
Komplexe Umstrukturierung als Grund für Verzögerung
Das bayerische Kunstministerium begründet die Verschiebung mit umfangreichen Vorbereitungen für die Einführung einer neuen Organisationsstruktur. „Für die Umsetzung der neuen Organisationsstruktur ist eine grundlegende Überarbeitung der Geschäfts- und Finanzordnung erforderlich, die sich derzeit in der Endabstimmung befindet“, teilte das Ministerium mit. Die endgültigen Verträge mit dem künftigen Geschäftsführer und der Festspielleiterin könnten erst nach Fertigstellung dieses organisatorischen Rahmens unterzeichnet werden.
Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) betonte, dass der Fokus zunächst auf dem 150. Jubiläum der Festspiele liege: „Das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele ist ein kulturelles Großereignis von internationalem Rang – dafür bündeln wir jetzt alle Energie.“ Parallel würden jedoch mit Hochdruck die offenen Governance-Fragen geklärt, um nach den Jubiläumsfestspielen die Neuaufstellung zu starten.
Langer Weg zur modernen Festspielverwaltung
Die weltberühmten Richard-Wagner-Festspiele ringen bereits seit Jahren um eine zeitgemäße Verwaltungsstruktur. Bereits 2024 wurde die Vertragsverlängerung von Intendantin Katharina Wagner bekanntgegeben und gleichzeitig angekündigt, dass künftig ein General Manager die Geschäftsführung übernehmen soll. Dadurch soll der Intendantin ermöglicht werden, sich stärker auf die künstlerische Leitung zu konzentrieren.
Seit dem Abschied von Geschäftsführer Ulrich Jagels im vergangenen Jahr hat der frühere Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense interimistisch die Geschäfte geführt – eigentlich nur bis Anfang dieses Jahres. Der designierte General Manager Matthias Rädel bringt umfangreiche Erfahrung aus der Kulturbranche mit: Seit 2006 ist er stellvertretender geschäftsführender Direktor und leitender Controller an der Deutschen Oper Berlin.
Der Verwaltungsrat stehe in engem Austausch mit Katharina Wagner und Matthias Rädel, betonte das Kunstministerium. Ein genauer Termin für den Amtsantritt des neuen General Managers wurde jedoch nicht genannt. Die Festspiele auf dem Grünen Hügel stehen somit weiterhin vor der Herausforderung, traditionelle Strukturen mit den Anforderungen einer modernen Kulturinstitution in Einklang zu bringen.



