Polizei ermittelt nach Porno-Vorwürfen bei Theaterprojekt an Oberschule in Ostsachsen
Nach einem umstrittenen Theaterprojekt an einer Oberschule in Schleife im Landkreis Görlitz hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verbreitung pornografischer Inhalte an Minderjährige aufgenommen. Wie die Polizeidirektion Görlitz bestätigte, haben mehrere Eltern von betroffenen Schülern einer neunten Klasse Strafanzeige erstattet. Der Vorfall soll sich im Rahmen einer Projektwoche im März ereignet haben, bei der den Jugendlichen nach Angaben der Eltern ungeeignetes pornografisches Material im Klassenzimmer präsentiert worden sein soll.
Ermittlungen gegen zwei externe Personen
Der Revierkriminaldienst Weißwasser ermittelt gegen zwei weibliche Tatverdächtige im Erwachsenenalter, die als externe Personen des Theaterprojekts identifiziert wurden. Die Kriminalisten arbeiten eng mit der Schulleitung zusammen, um den genauen Sachverhalt aufzuklären. Die Schulleitung selbst wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, während die Polizei betonte, dass die Ermittlungen in vollem Gange sind.
Kultusministerium und Schulaufsicht prüfen den Fall
Das sächsische Kultusministerium hat bereits am Montag erklärt, den Vorfall zu prüfen. Das Landesamt für Schule und Bildung steht in Kontakt mit der Schulleitung, um die Umstände zu untersuchen. Ein Sprecher der Schulaufsichtsbehörde bestätigte, dass Schülern der neunten Klasse pornografische Materialien präsentiert worden sein sollen und dass zwei Personen des externen Theaterprojekts mutmaßlich dafür verantwortlich sind. Es wird geprüft, ob gegen Regularien des sächsischen Schulgesetzes verstoßen wurde.
AfD fordert umfassende Aufklärung
Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag hat Kultusminister Conrad Clemens aufgefordert, bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung am 22. April Auskunft zu geben. Tobias Heller, der die Fraktion im Bildungsausschuss vertritt, stellte kritische Fragen: „Welche Konsequenzen werden aus dem Vorfall gezogen? An wie vielen weiteren Schulen fanden in den letzten Jahren derartige Projekte statt?“ Medienberichten zufolge sollen bei dem Projekt auch AfD-kritische Flugblätter verteilt worden sein, was die politische Dimension des Falls unterstreicht.
Die Ermittlungen der Polizei und die Prüfungen durch die Behörden laufen derzeit parallel, während die betroffene Schule in Schleife mit den Folgen des gestoppten Projekts umgeht. Eltern und Schüler warten auf weitere Klarheit, während die Diskussion über angemessene Bildungsinhalte an Schulen neu entfacht wurde.



