US-Militär weist 27 iranische Schiffe zurück: Nervenkrieg um Friedensdeal spitzt sich zu
Ein hektisches Tauziehen um einen Friedensdeal zwischen den USA und dem Iran bestimmt derzeit die internationale Politik, während der Countdown zum Ablauf eines zweiwöchigen Waffenstillstands unaufhaltsam tickt. Die Lage bleibt bis zuletzt äußerst verworren und von widersprüchlichen Signalen geprägt.
Verhandlungsdelegation auf dem Weg nach Islamabad
US-Präsident Donald Trump (79) hatte angekündigt, dass sein Vize JD Vance (41) zusammen mit den Krisen-Emissären Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45) bald nach Islamabad in Pakistan zu einer neuen Verhandlungsrunde aufbrechen sollen. Zuvor hatte es wilde Spekulationen gegeben, ob Vance den Langstreckenflug überhaupt antreten würde. Aktuellen Informationen zufolge sollen die amerikanischen Vertreter am Dienstag nach Pakistan reisen.
Teheran zierte sich bis zuletzt
Auf iranischer Seite gab es bis zuletzt erhebliche Unsicherheiten über die Teilnahme an den von Pakistan vermittelten Gesprächen. Das Außenministerium in Teheran erklärte zunächst, es gebe „keine Pläne“ für ein Treffen. Irans Präsident Masoud Pezeshkian (71) ließ jedoch eine Hintertür offen, als er betonte, eine Fortsetzung des Krieges würde „für niemanden Vorteile bringen“. Schließlich kam die Bestätigung aus Teheran, dass doch eine Delegation nach Islamabad reist – angeführt von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64), der als Irans neuer starker Mann gilt.
Trump: Verlängerung der Waffenruhe „höchst unwahrscheinlich“
Am Montagabend erklärte Trump, eine Verlängerung der in der Nacht zu Mittwoch auslaufenden Waffenruhe mit den Mullahs durch ihn sei „höchst unwahrscheinlich“. Die für den globalen Ölhandel lebenswichtige Straße von Hormus werde so lange blockiert, bis es ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges gebe, sagte Trump gegenüber Bloomberg News.
Das US-Militär hat im Rahmen dieser Blockade nach eigenen Angaben 27 Schiffe zurückbeordert. Die Blockade konzentriere sich speziell auf Schiffe, die in iranische Häfen ein- oder auslaufen, teilte das Militär am Montag mit.
Trump verschärfte die Rhetorik noch weiter: Die Blockade „zerstört den Iran völlig“, schrieb er in Onlinenetzwerken. „Sie verlieren 500 Millionen Dollar pro Tag, eine Summe, die selbst kurzfristig untragbar ist“, fügte er hinzu. Die Blockade werde erst aufgehoben, wenn Teheran einem „Deal“ zur Beendigung des Krieges zugestimmt habe.
Straße von Hormus: Zuerst offen, dann wieder zu
Das hektische Tauziehen folgte auf ein Wochenende voller dramatischer und teils widersprüchlicher Entwicklungen. Zunächst erklärte der Iran die wichtige Ölroute durch die Straße von Hormus für vollständig geöffnet. „Thank you“, antwortete Trump darauf. Kurz darauf machte Teheran die Passage jedoch wieder dicht und verkündete eine neue Sperre – als direkte Reaktion auf die anhaltende US-Blockade iranischer Häfen.
Daraufhin griffen die USA erneut ein: Soldaten der amerikanischen Marine beschlagnahmten nach Schüssen ein iranisches Containerschiff, das die Blockade durchbrechen wollte. Ein dramatischer Funkspruch aus der Straße von Hormus dokumentierte die angespannte Situation: „Sie feuern jetzt. Lasst mich umdrehen!“
Nur drei Schiffe schafften die Hormus-Passage
Es war ein schwerer Rückschlag für die erhoffte Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge: Am Montag schafften es nur drei Schiffe durch die Straße von Hormus. Auch Trump blieb bei seinem rhetorischen Zickzackkurs: Einerseits drohte er erneut, Kraftwerke und Brücken im Iran zu bombardieren. Andererseits stellte er dem Land mit neuer Führung eine „großartige und wohlhabende Zukunft“ in Aussicht.
Zentrale Streitpunkte bleiben bestehen
Mit dem Treffen, das nun offenbar doch fixiert ist – wohl ab Mittwoch –, bleiben jedoch die zentralen Streitpunkte unverändert bestehen:
- Die USA fordern ein Einfrieren von Teherans Atomprogramm für mindestens 20 Jahre
- Die entscheidende Frage lautet: Lenkt der Iran ein?
- Auch aus Washington kamen gemischte Signale: Trump betonte, es sei sehr „unwahrscheinlich“, dass der in der Nacht auf Mittwoch auslaufende Zwei-Wochen-Waffenstillstand verlängert werde
Die Verhandlungen in Islamabad werden somit unter enormem Zeitdruck und bei weiterhin angespannter militärischer Lage stattfinden. Die Blockade der Straße von Hormus und die Rückbeorderung der 27 iranischen Schiffe unterstreichen die Entschlossenheit Washingtons, während Teheran zwischen Konfrontation und Verhandlungsbereitschaft schwankt.



