Prozess gegen Feuerwehrmann wegen Pornografie-Vorwürfen überraschend geplatzt
Der Prozess gegen einen 32-jährigen Feuerwehrmann aus Friedland, der pornografische Bilder an Minderjährige verschickt und kinderpornografische Bilder besessen haben soll, ist überraschend geplatzt. Das Amtsgericht Neubrandenburg muss die Hauptverhandlung nun komplett neu ansetzen, nachdem die zuständige Richterin erkrankt ist und ein Fortsetzungstermin nicht innerhalb der gesetzlichen Frist möglich war.
Erkrankung der Richterin führt zu Verfahrensabbruch
Die Hauptverhandlung gegen den 32-Jährigen war am 9. April gestartet und für den 23. April mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt worden. Doch dieser zweite Verhandlungstermin kann wegen der Erkrankung der Richterin nicht stattfinden. Laut Strafprozessordnung darf eine Hauptverhandlung nur bis zu drei Wochen unterbrochen werden – eine Frist, die nach Angaben des Amtsgerichts jetzt nicht mehr eingehalten werden kann. Damit muss der gesamte Prozess neu begonnen werden, was jedoch nicht bedeutet, dass der Angeklagte von den schweren Vorwürfen entlastet ist.
Schwere Vorwürfe gegen Feuerwehrmann
Der 32-jährige Mann aus Friedland wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, pornografische Inhalte an Minderjährige verbreitet und kinder- sowie jugendpornografische Bilder besessen zu haben. Der Angeklagte ist in verantwortlicher Position in der Freiwilligen Feuerwehr Friedland aktiv, allerdings derzeit von seinen Aufgaben suspendiert. Laut Anklage soll er im vergangenen Sommer explizite Bilder an einen 15-Jährigen verschickt haben, den er in seiner ehrenamtlichen Funktion als Feuerwehrmann kennengelernt hatte.
Mindestens 50 belastende Bilder auf Handy gefunden
Der damals 15-jährige Empfänger der Bilder hatte dies sowohl dem Wehrführer als auch der Polizei gemeldet. Nach der Konfiszierung des Handys des Angeklagten fanden Ermittler bei der Untersuchung des Gerätes mindestens 50 Bilder mit kinder- oder jugendpornografischen Inhalten. Der 32-Jährige gab zwar zum Prozessauftakt das Versenden des expliziten Fotos zu, bestritt jedoch, die weiteren gefundenen Fotos heruntergeladen zu haben. Eine Erklärung, wie diese auf sein neu gekauftes Mobiltelefon gelangt sein könnten, konnte er nicht liefern.
Auswirkungen auf Feuerwehrstrukturen in Friedland
Der Vorfall hat weitreichende Folgen für die Feuerwehrstrukturen in Friedland gezeigt. Er gilt als ein Ausgangspunkt des Streits um den Verbleib des langjährigen Orts-, Gemeinde- und zwischenzeitlich auch Kreiswehrführers Stephan Drews im Amt. Friedlands Bürgermeister Frank Nieswandt (Die Linke) hatte Drews zwischenzeitlich suspendiert, derzeit läuft in der Stadt ein nichtöffentliches Anhörungsverfahren zur Eignung von Drews für das Ehrenbeamtenverhältnis. Als Kreiswehrführer ist der 46-Jährige derzeit suspendiert, zudem hatten ihm die Kameraden der Seenplatte bei der zurückliegenden Sitzung des Kreisfeuerwehrverbandes das Vertrauen entzogen. Das jetzt vorerst gescheiterte Verfahren am Amtsgericht Neubrandenburg richtet sich jedoch nicht gegen Drews.
Mögliche Strafen bei Verurteilung
Für den Besitz kinder- und jugendpornografischer Inhalte droht dem 32-jährigen Angeklagten bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Wegen des Verbreitens pornografischer Inhalte an Minderjährige kann er mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe belangt werden. Die Neuansetzung des Prozesses bedeutet somit keine Entlastung, sondern lediglich eine Verzögerung des Verfahrens.



