AfD holt sich Regierungstipps von Österreichs Rechten
Regierungs-Nachhilfestunde für die AfD-Spitze: Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (51) luden am Freitag zum großen Anti-Brandmauer-Gipfel in den Bundestag. Unter den Gästen waren Spitzenvertreter der Bundestagsfraktion, des EU-Parlaments, AfD-Landeschefs sowie prominenter Besuch aus Österreich.
Mit dabei war Hubert Fuchs (57), ein ehemaliger Staatssekretär der FPÖ in Wien. Hinter verschlossenen Türen gab er der Rechtsaußen-Partei wertvolle Tipps, wie Regieren in der Praxis funktioniert. Die FPÖ kann auf Erfahrungen aus der österreichischen Regierung zurückblicken und kennt Koalitionsverhandlungen aus erster Hand. Die AfD inszeniert sich bereits wie eine zukünftige Regierungspartei.
Laut Informationen von BILD warnte Fuchs insbesondere vor einem Mangel an Spitzenpersonal. Denn wer regiert, verliere erfahrene Kräfte im Parlament, die dann als Minister oder Staatssekretäre abgezogen werden. Die AfD solle sich daher frühzeitig um zusätzliche Mitarbeiter kümmern. Bei einer Regierungsbeteiligung würden auch die Mitarbeiter nachrücken, was zu Personallücken führen könne.
Fuchs‘ Ratschläge sind vor allem als Hinweis in Richtung Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verstehen. Dort liegt die AfD in Umfragen vor den Landtagswahlen im September bei knapp 40 Prozent. Die Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (35) und Leif-Erik Holm (55) waren ebenfalls vor Ort.
Holm erklärte gegenüber BILD: „Die Erfahrungsberichte von Herrn Fuchs helfen uns enorm weiter. Mit Wahlkampf kennen wir uns aus. Was uns noch fehlt, sind die Kniffe, wie man geschickt Koalitionsverhandlungen führt oder welche Stellen man wie besetzt. Da konnte uns Hubert Fuchs wertvolle Tipps geben.“
AfD-Europa-Chef René Aust (39) betonte nach der Strategie-Sitzung: „Die Brandmauer überwinden wir nicht, indem wir uns anbiedern.“ Organisator und AfD-Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier (36) machte nach dem Anti-Brandmauer-Gipfel deutlich: „Wir bereiten uns mit großer Energie und maximaler Sorgfalt auf die anstehenden Aufgaben vor.“ Die Erfahrungen der FPÖ seien in diesem Zusammenhang „extrem wertvoll“.



