US-Sondergesandter: „Bedeutende Fortschritte“ bei Ukraine-Friedensgesprächen in Genf
Der erste Tag direkter Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hat nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff „bedeutende Fortschritte“ gebracht. Die Gespräche, die im schweizerischen Genf stattfanden, zielen auf eine Beendigung des Krieges in der Ukraine ab.
Sechsstündige angespannte Verhandlungen
Das Treffen am Dienstag dauerte laut Kreisen, die der russischen Delegation nahestehen, sechs Stunden und verlief „sehr angespannt“. Beide Seiten einigten sich nach Witkoffs Darstellung darauf, ihre jeweiligen Staatschefs auf den neuesten Stand zu bringen und weiter auf eine Einigung hinzuarbeiten. Für den Mittwoch waren weitere Gespräche in Genf geplant.
Konstruktive Teilnahme ohne übermäßige Erwartungen
Der ukrainische Unterhändler Rustem Umerow hatte vor Beginn der Verhandlungen erklärt, zu den geplanten Gesprächsthemen würden „Sicherheitsfragen und humanitäre Fragen“ zählen. Er beteilige sich „konstruktiv“ und „ohne übermäßige Erwartungen“. Auf russischer Seite hatte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow im Vorfeld betont, es verblieben „umfassende“ zu klärende Fragen. Moskau wolle nicht nur eine Gefechtspause, sondern ein „dauerhaftes“ Abkommen.
Internationale Beteiligung an den Vermittlungsbemühungen
Als Vermittler aus den USA sind neben Steve Witkoff auch Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, nach Genf gereist. Aus deutschen Regierungskreisen verlautete, dass der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, vor Ort und bei den Gesprächen dabei sei. Wie aus italienischen Regierungskreisen bekannt wurde, sind auch Italien, Frankreich und Großbritannien mit ihren „Sicherheitsberatern“ vertreten.
Vorherige Gesprächsrunden ohne Ergebnis
Zwei vorherige Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen Delegationen in Abu Dhabi hatten kein Ergebnis gebracht. In zentralen Fragen liegen Moskau und Kiew weiterhin weit auseinander. Moskau fordert als Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe einen vollständigen Rückzug Kiews aus der Industrieregion Donbass. Die Ukraine lehnt dies jedoch ab.
Politische Hintergründe und Erwartungen
US-Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld der Gespräche erneut die Ukraine zu einer baldigen Einigung mit Moskau gedrängt. Kiew solle „besser schnell an den Verhandlungstisch kommen“, sagte Trump. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bei der Münchner Sicherheitskonferenz beklagt, die USA würden oft nur die Ukraine zu Zugeständnissen drängen. Witkoff erklärte im Onlinedienst X, er sei „stolz“, unter der Führung von Trump „daran zu arbeiten, das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden“.



