BILD-Reporter erlebt Luftalarm in Tel Aviv: 90 Sekunden bis zum Schutzraum
BILD-Reporter im Luftalarm: 90 Sekunden bis zum Schutzraum

BILD-Reporter erlebt Luftalarm in Tel Aviv: 90 Sekunden bis zum Schutzraum

Es ist 7.15 Uhr morgens in Tel Aviv, als die Alarm-App auf dem Handy des BILD-Reporters schrillt. Ein bekanntes, aber jedes Mal beunruhigendes Signal. Der Reporter weiß sofort: Jetzt bleiben ihm noch etwa fünf Minuten, bis die Sirenen auf den Straßen ertönen werden. Danach beginnt der kritische Countdown von nur 90 Sekunden – die verbleibende Zeit, um sich im Schutzraum in Sicherheit zu bringen. Der Grund: Der Iran schießt erneut Raketen auf Israel ab.

Die angespannten Minuten im Hotel-Schutzraum

Der BILD-Reporter, der während seiner Arbeit in Tel Aviv stationiert ist, befindet sich zum Zeitpunkt des Alarms in seinem Hotel. Nicht in Panik, aber mit entschlossener Ruhe macht er sich auf den Weg zum Schutzraum, der nur wenige Türen entfernt liegt. „Es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Situation während meiner Arbeit hier erlebe“, berichtet der Journalist. Im Raum warten bereits andere Hotelgäste: ein Vater mit seinen beiden Kleinkindern und ein älteres Ehepaar.

Die Stimmung ist angespannt und still. Alle Anwesenden starren gebannt auf ihre Handys, um die Live-Nachrichten über die iranischen Angriffe zu verfolgen. Theoretisch könnte eine ballistische Rakete aus dem Iran in das Hotel einschlagen und alle im Raum töten, doch die Wahrscheinlichkeit, genau diesen Ort zu treffen, wird als sehr gering eingeschätzt. Trotzdem verharren alle in geduldiger Erwartung, bis die Entwarnung ertönt.

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Die reale Gefahr hinter den Schutzräumen

Die bittere Wahrheit ist: Würde eine Rakete das 14. Stockwerk des Hotels direkt treffen, würde wahrscheinlich auch dieser Schutzraum nicht ausreichen. Vor etwa einer Woche starben in Beit Shemesh Menschen in einem ähnlichen Raum, als neun Zivilisten von einer Rakete getroffen wurden. In Beer Sheva schlug eine Rakete auf dem Sportplatz einer Grundschule ein – nur aufgrund eines Feiertags spielten dort glücklicherweise keine Kinder. Die Splitter der Explosion rissen in den umliegenden Gebäuden riesige Löcher in die Wände.

Veränderte Wahrnehmung der Bedrohung

Die Menschen in Israel sind Luftalarme gewohnt, vor allem durch regelmäßige Raketenangriffe der Hamas aus dem Gazastreifen. Doch mit den jüngsten Angriffen des Irans hat sich etwas in ihrer Wahrnehmung verändert, wie Einwohner dem Reporter berichten. „Die Raketen aus Gaza waren mehr so Knallerchen“, sagte ein Anwohner aus Beer Sheva. „Jetzt ist eine ballistische Rakete hier eingeschlagen, und das hat gereicht, damit wir verstehen, was dieser Krieg wirklich bedeutet.“

Die Routine des Luftalarms wird durch die neue Qualität der Bedrohung aus dem Iran durchbrochen. Während die Sirenen ertönen und die 90-Sekunden-Frist läuft, wird jedem bewusst, dass die Gefahr nicht mehr nur regional begrenzt ist, sondern eine neue, weitreichendere Dimension angenommen hat.

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