Der rechte US-Kommentator Tucker Carlson hat sich in einem ausführlichen Interview mit der New York Times erneut scharf von Präsident Donald Trump distanziert. Carlson behauptet, Trump habe beim Angriff auf Iran keine Wahl gehabt und sei eine „Geisel“ des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu sowie dessen Unterstützer in den USA.
„Hypnotische Macht“ Trumps
In dem Gespräch erklärte Carlson, in der Trump-Administration habe niemand den Krieg offen gewollt. Viele seien aus Angst eingeknickt oder hätten Trumps Wirkung unterschätzt. Trump besitze eine „hypnotische“ Macht, so Carlson: „Ich glaube, es ist wahrscheinlich buchstäblich ein Zauber.“ Zeit mit Trump zu verbringen fühle sich an „wie Hasch zu rauchen“.
Bruch nach Ostersonntags-Post
Als Auslöser seines Bruchs mit Trump nannte Carlson dessen Ostersonntags-Post zum Iran. Trump hatte gedroht, Iran werde „in der Hölle leben“, falls es die Straße von Hormus nicht öffne, und endete mit „Praise be to Allah“. Carlson bezeichnete dies als „Angriff auf Jesus“ und „moralisches Verbrechen“. Es sei unerträglich, mit Gewalt gegen Zivilisten zu drohen und zugleich eine Religion zu verspotten.
Frühere Vorbehalte gegen Trump
Die New York Times erinnert daran, dass Carlson bereits 2021 in Textnachrichten über Trump schrieb: „I hate him passionately.“ Im Interview gibt er zu, solche Bedenken über Jahre unterdrückt zu haben. Auch zum Vorwurf der Verharmlosung von Rechtsextremen äußerte er sich. Er bedauere, den White-Nationalisten Nick Fuentes in seine Sendung eingeladen zu haben, wertete die Kritik jedoch ab. Stattdessen griff er Senator Ted Cruz und Botschafter Mike Huckabee an, die das Töten von Kindern gerechtfertigt hätten – beide weisen dies zurück.
Zurückhaltung gegenüber JD Vance
Zum Vizepräsidenten JD Vance, den Carlson seit Jahren unterstützt, äußerte er sich zurückhaltend. Der Irankrieg sei politisch „verhängnisvoll“ für jeden, der damit verbunden werde. Wer das vertreten müsse, werde erklären müssen, wie es gut für die USA sei.



