Nach elf Jahren wird die „Late Show“ von Stephen Colbert Ende Mai abgesetzt. Im Gespräch mit der „New York Times“ blickt der Entertainer zurück. Der Blick nach vorn? Geht noch nicht.
Abschied nach elf Jahren
US-Moderator Stephen Colbert hat ein Problem damit, dass Trump ein „absoluter Narzisst“ ist. Am 21. Mai wird die letzte „Late Show With Stephen Colbert“ ausgestrahlt. Der Sender CBS hatte im vergangenen Sommer bekannt gegeben, dass er die Show aus finanziellen Gründen absetzen würde. Nun hat Colbert der „New York Times“ ein Interview gegeben und über seinen Abschied gesprochen.
Das Gespräch fand in seinem Büro über einem Theater am Broadway statt. Colbert war laut „NYT“ entspannt – und barfuß. Colbert sei überrascht von der Absetzung der Show gewesen, der Sender habe ihn vor drei Jahren noch dazu gedrängt, einen Fünf-Jahres-Vertrag zu unterschreiben. Er habe dann aber doch nur einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben.
Dankbar, nicht wütend
Er verstehe diejenigen, die sagen, es würde keinen Sinn machen, die Show abzusetzen. Doch das Fernsehen könne wegen YouTube und der Konkurrenz durch Streaminganbieter kaum noch Gewinne erzielen. Colbert sagte der „New York Times“, er hege keinen Groll gegen den Sender, er habe die Zusammenarbeit mit CBS genossen. Er fühle sich viel besser, wenn er „dankbar“ sei und nicht „wütend“.
Zu Beginn der Show habe der Sender ihm abgeraten, eine politische Show zu machen und über aktuelle Entwicklungen zu sprechen. Doch die ersten fünf Monate seien etwas holprig verlaufen. Die Einschaltquoten seien erst gestiegen, als er angefangen habe, politische Witze zu machen.
Kritik an Trump
Colbert kritisierte mehrfach US-Präsident Donald Trump. „Ich habe kein Problem damit, dass Trump Republikaner ist. Ich habe ein Problem damit, dass Trump ein absoluter Narzisst ist, der nur für seine eigenen Interessen arbeitet und dem es offenbar egal ist, ob die ganze Welt in Flammen steht“, sagt er der Zeitung.
Wie geht es weiter?
Laut „New York Times“ arbeitet Colbert an einem Drehbuch für einen neuen „Herr der Ringe“-Film. Er mag Podcasts, interessiert sich für Comedy und liebe Live-Publikum. Aber er kann noch nicht genau sagen, was als Nächstes kommt, „weil die Show etwa 95 Prozent meines Gehirns in Anspruch nimmt“. Er könne erst darüber nachdenken, was er nach der Show machen wolle, wenn die Show vorbei sei.
Unter den letzten Gästen sind Größen wie Oprah Winfrey, Meryl Streep, Billy Crystal, Christopher Nolan und sogar Ex-Präsident Barack Obama.



