Allensbach-Befragung: Deutlicher Stimmungswandel gegenüber den USA
Über Jahrzehnte galten die Vereinigten Staaten für viele Deutsche als Sehnsuchtsort, verlässlicher Partner und Garant für Sicherheit. Doch der politische Wandel in Washington hat zu einer dramatischen Veränderung der Wahrnehmung geführt. Das belegt eine aktuelle repräsentative Befragung des Allensbach-Instituts im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung.
USA als wachsende Bedrohung für den Frieden
Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) sehen in den USA eine Gefahr für den Weltfrieden in den kommenden Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein signifikanter Anstieg von 46 Prozent. Noch im Jahr 2024 betrachteten lediglich 24 Prozent der Bevölkerung die USA als friedensbedrohend. Diese Entwicklung spiegelt einen tiefgreifenden Vertrauensverlust wider.
Russland bleibt die größte Gefahr
Nach wie vor geht aus Sicht der Deutschen die größte Bedrohung für den Frieden von Russland aus. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 stuften zwischen 75 und 82 Prozent der Teilnehmer Russland als gefährlich ein. Aktuell liegt dieser Wert bei 81 Prozent. China wird von 46 Prozent der Menschen in Deutschland als Staat wahrgenommen, der den Weltfrieden gefährdet.
Zweifel an der militärischen Unterstützung der USA
Die Umfrage offenbart auch erhebliche Zweifel an der Solidarität der USA mit ihren europäischen Verbündeten. Nur knapp ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen glaubt, dass die USA militärische Hilfe leisten würden, wenn ein europäischer Nato-Staat angegriffen würde. 35 Prozent sind skeptisch, während 33 Prozent unentschieden bleiben.
Sorgen vor einer Kriegsbeteiligung Deutschlands
Die Befragten wurden auch nach der Wahrscheinlichkeit gefragt, dass Deutschland in den kommenden Jahren in einen Krieg verwickelt wird. Lediglich drei Prozent halten dies für sehr wahrscheinlich, doch immerhin 28 Prozent sehen es als eher wahrscheinlich an. 40 Prozent glauben, ein solches Szenario sei eher unwahrscheinlich, und fünf Prozent halten es für sehr unwahrscheinlich. 24 Prozent äußerten sich unentschieden.
Gedanken an Flucht im Krisenfall
Mehr als jeder Zehnte hat bereits darüber nachgedacht, im Falle eines Krieges Deutschland zu verlassen. Konkret haben 14 Prozent der Bevölkerung solche Überlegungen angestellt, während 24 Prozent in einem solchen Fall darüber nachdenken würden. Knapp die Hälfte (49 Prozent) schließt einen solchen Schritt aus, und 13 Prozent sind unentschieden.
Nachlassende Terrorangst
Die Umfrage zeigt zudem, dass die Terrorgefahr weniger im Fokus steht. Vor Jahresfrist fühlten sich noch 42 Prozent der Menschen durch Terroranschläge persönlich bedroht, aktuell sind es nur noch rund 33 Prozent. Dieser Rückgang deutet auf eine Verschiebung der Sicherheitsbedenken hin.
Für den Sicherheitsreport 2026 wurden zwischen dem 6. und 19. Januar bundesweit 1077 Menschen ab 16 Jahren befragt. Die jährliche Studie bietet einen detaillierten Einblick in das Sicherheitsempfinden und die außenpolitischen Einstellungen der deutschen Bevölkerung.



