Epstein-Skandal erschüttert Großbritannien: Premier Starmer wehrt sich gegen Rücktrittsforderungen
Epstein-Skandal: Starmer weist Rücktrittsforderungen zurück

Epstein-Affäre stürzt britische Regierung in tiefe Krise

Es sind turbulente Tage in der britischen Politik, die Premierminister Keir Starmer an den Rand einer schweren Regierungskrise geführt haben. Innerhalb weniger Stunden traten sein Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allan von ihren Ämtern zurück. Diese Entwicklung markiert den bisherigen Höhepunkt einer Affäre, die sich um die Verbindungen des ehemaligen Labour-Ministers Peter Mandelson zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dreht.

Starmer zeigt sich kämpferisch vor Parteifreunden

Vor Abgeordneten seiner eigenen Labour-Partei gab sich der Premierminister am Montagabend ungewöhnlich kämpferisch. "Nachdem ich so hart für die Chance gekämpft habe, unser Land zu verändern, bin ich nicht bereit, mich von meinem Mandat und meiner Verantwortung zurückzuziehen", erklärte Starmer mit Nachdruck. Der Regierungschef betonte, er habe in seiner politischen Laufbahn "noch jeden Kampf gewonnen" und zeigte sich siegessicher, obwohl sich mit dem schottischen Labour-Chef Anas Sarwar bereits ein erster ranghoher Parteipolitiker den Rücktrittsforderungen angeschlossen hatte.

Die Mandelson-Ernennung als Auslöser der Krise

Im Zentrum der Kontroverse steht die umstrittene Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA durch Premierminister Starmer. Diese Personalentscheidung erfolgte, obwohl bekannt war, dass Mandelson Kontakte zu Jeffrey Epstein unterhielt – selbst nach dessen Verurteilung wegen der Prostitution einer Minderjährigen im Jahr 2008. Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Mädchen zum Opfer fielen.

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Durch die Freigabe weiterer Akten des US-Justizministeriums Ende Januar wurde das volle Ausmaß der Verbindungen zwischen Mandelson und Epstein bekannt. Den Dokumenten zufolge soll Mandelson während seiner Amtszeit als Minister unter Gordon Brown von 2008 bis 2010 vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an den Finanzinvestor Epstein weitergegeben haben. Zudem soll er Geld von Epstein angenommen haben. Die britische Polizei hat bereits Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen.

Rücktritte und Loyalitätsbekundungen

Der zurückgetretene Stabschef Morgan McSweeney übernahm in einer Stellungnahme die volle Verantwortung für die Empfehlung zur Ernennung Mandelsons. "Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch", räumte McSweeney ein. Sein Nachfolger Tim Allan begründete seinen Rücktritt als Kommunikationschef damit, dass er den Aufbau eines neuen Teams in der Downing Street ermöglichen wolle.

Trotz der wachsenden Kritik erhielt Starmer Unterstützung aus den eigenen Reihen. Wichtige Minister scharten sich in der größten Krise seiner 19-monatigen Amtszeit um den Regierungschef. Vizepremier David Lammy betonte bei X: "Wir dürfen uns durch nichts von unserer Mission, Großbritannien zu verändern, ablenken lassen, und wir unterstützen den Premierminister dabei." Auch Finanzministerin Rachel Reeves, Verteidigungsminister John Healey und Außenministerin Yvette Cooper stellten sich hinter Starmer.

Internationale Dimension der Krise

Außenministerin Cooper verwies auf die internationale Bedeutung der Führungsstärke des Premierministers: "In dieser für die Welt so entscheidenden Zeit brauchen wir seine Führungsstärke nicht nur im Inland, sondern auch auf der internationalen Bühne", erklärte sie. Ein Regierungssprecher hatte bereits vor Starmers Auftritt vor der Fraktion klargestellt, dass der Premier nicht zurücktreten werde. Starmer habe ein "klares Mandat für fünf Jahre vom britischen Volk, um Wandel herbeizuführen", und genau das werde er auch tun.

Die Epstein-Affäre hat sich damit zur ernsthaftesten Bedrohung für die noch junge Regierung Starmers entwickelt. Während der Premierminister auf Durchhaltevermögen setzt, wachsen in Teilen der eigenen Partei die Zweifel an seiner politischen Weitsicht. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Starmer seine kämpferische Rhetorik in politische Stabilität ummünzen kann oder ob die Krise um die Mandelson-Ernennung seine Regierung dauerhaft beschädigen wird.

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