EU startet Drohnen-Massenproduktion: 400 Millionen Euro für Aufrüstung und Abwehr
Die Europäische Union setzt auf einen massiven Ausbau der Drohnenproduktion und will gleichzeitig ihre Abwehrsysteme gegen feindliche Drohnen stärken. Dies gab der für Inneres und Migration zuständige EU-Kommissar Magnus Brunner (53, ÖVP) am Mittwoch in Brüssel bekannt, nur zwei Tage vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz, zu der zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet werden.
Strategiepapier mit klaren Zielen
In Brunners Strategiepapier ist ausdrücklich von einer „Massenproduktion“ von Drohnen und Drohnenabwehrtechnik die Rede. Die EU strebt die „Entwicklung eines wettbewerbsfähigen europäischen Drohnenmarktes“ an und plant einen „raschen Hochlauf der industriellen Produktion“. Mit einem Startbudget von 400 Millionen Euro sollen Mitgliedstaaten dabei unterstützt werden, Drohnen- und Gegen-Drohnen-Fähigkeiten zu erwerben.
Reaktion auf aktuelle Bedrohungen
Diese Initiative ist eine direkte Antwort auf mehrere besorgniserregende Entwicklungen:
- Die mysteriösen Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur in den vergangenen Monaten
- Die massiven Drohnenangriffe Russlands auf die Ukraine
- Die zunehmende Nutzung von Drohnen für illegale Aktivitäten
Geplant ist ein sicheres System für den Echtzeit-Informationsaustausch über verdächtige oder nicht autorisierte Drohnenaktivitäten. Dies soll Behörden ermöglichen, grenzüberschreitend schneller zu erkennen und zu reagieren.
Ukraine als Schlüsselpartner
Eine zentrale Rolle bei der Drohnen-Aufrüstung spielt die Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte kürzlich an, dass im Jahr 2026 zehn „Exportzentren“ für ukrainische Rüstungsgüter in ganz Europa eröffnet werden sollen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kampfdrohnen. Bereits im Februar soll die Produktion ukrainischer Drohnen in Deutschland anlaufen, wie Selenskyj vor wenigen Tagen mitteilte, ohne dabei konkrete Unternehmen zu nennen.
EU-Gütesiegel für sichere Drohnen
Die EU-Kommission kündigte zudem die Einführung eines Gütesiegels („EU Trusted Drone“) an, um sichere Drohnen zu kennzeichnen. Dies soll Verbrauchern und Behörden mehr Transparenz und Sicherheit bieten.
EU-Kommissar Magnus Brunner betonte die Ambivalenz der Drohnentechnologie: „Mit Drohnen schützen wir unsere Grenzen, verhindern den Drogenschmuggel und retten Leben im Mittelmeer. Aber Drohnen werden auch täglich missbraucht: für Angriffe auf kritische Infrastruktur, für Terror, Schmuggel und Spionage. Wir sind hier nicht im Blindflug unterwegs, sondern geben heute einen klaren Aktionsplan vor.“
Der Aktionsplan sieht insbesondere eine Aufrüstung der Ostflanke der Europäischen Union vor, die besonders von den russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine betroffen ist. Die Münchner Sicherheitskonferenz dürfte dieses Thema in den kommenden Tagen weiter in den Fokus rücken.



