EU setzt Irans Revolutionsgarden offiziell auf Terrorliste
Die Europäische Union hat einen bedeutenden Schritt vollzogen und Irans Revolutionsgarden formell als Terrororganisation eingestuft. Dieser Beschluss, der auf einer Einigung der EU-Außenminister vom Ende Januar basiert, wurde nun offiziell umgesetzt. Die Entscheidung markiert einen symbolisch wichtigen Akt, auch wenn sie aufgrund bereits bestehender Sanktionen kaum praktische Auswirkungen haben dürfte.
Hintergrund der Entscheidung
Die Einigung der EU-Staaten erfolgte vor dem Hintergrund der brutalen Niederschlagung regierungskritischer Proteste im Iran, bei denen die Revolutionsgarden – Irans Elitestreitmacht – eine zentrale Rolle spielten. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben. Mehrere EU-Außenminister gingen sogar von möglicherweise bis zu 30.000 Todesopfern aus, was die Dringlichkeit der Reaktion unterstreicht.
Blockade durch Frankreich und iranische Reaktion
Frankreich hatte die Entscheidung jahrelang blockiert, zuletzt auch wegen zweier im Iran festgehaltener französischer Staatsbürger. Der Iran verurteilte die EU-Entscheidung scharf. Der Generalstab der iranischen Streitkräfte teilte mit, dass die Konsequenzen auch europäische Politiker treffen würden. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, dass die Armeen europäischer Länder fortan ihrerseits als terroristische Gruppen gelten würden, was die angespannten diplomatischen Beziehungen weiter verschärft.
Symbolischer Charakter der Listung
Durch die Listung unterliegen die Revolutionsgarden nun den europäischen Sanktionsmaßnahmen zur Terrorismusbekämpfung, einschließlich restriktiver Mittel zur Erschwerung der Finanzierung. Allerdings verbieten andere EU-Sanktionen schon seit mehr als zehn Jahren, dass der Organisation und ihren Mitgliedern Geld oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Zudem sehen sie vor, dass in der EU vorhandene Vermögenswerte der Revolutionsgarden eingefroren werden müssen. Daher wird die neue Einstufung eher als politisches Signal denn als substantielle neue Sanktion betrachtet.
Die EU hat damit eine Entscheidung getroffen, die jahrelang nicht möglich war, und sendet eine klare Botschaft gegen die Unterdrückung von Protesten im Iran. Diese Maßnahme unterstreicht die Entschlossenheit der Europäischen Union, Menschenrechtsverletzungen zu adressieren, auch wenn die praktischen Konsequenzen begrenzt bleiben.



