Kiel Institut: Europas Ukraine-Hilfe 2025 deutlich ausgeweitet trotz US-Rückzug
Europas Ukraine-Hilfe 2025 deutlich ausgeweitet trotz US-Rückzug

Europa steigert Ukraine-Unterstützung 2025 deutlich

Europa hat im vergangenen Jahr die Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine in bemerkenswertem Umfang ausgeweitet. Dies belegt eine aktuelle Auswertung des renommierten Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Die militärische Unterstützung der europäischen Staaten lag inflationsbereinigt um 67 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024. Parallel dazu verzeichnete die finanzielle und humanitäre Hilfe einen Zuwachs von 59 Prozent.

Fehlende US-Hilfe wird kompensiert

Obwohl Europa deutlich mehr Ressourcen bereitstellte als in den Vorjahren, musste die Ukraine 2025 insgesamt mit einer geringeren Gesamtunterstützung auskommen. Der Grund dafür liegt im Rückzug der USA als nennenswertem Geber. Die gesamte militärische Hilfe fiel um 13 Prozent unter den Schnitt der vergangenen drei Jahre, während die finanzielle und humanitäre Unterstützung etwa fünf Prozent geringer ausfiel.

Dennoch gelingt es Europa laut der Studie, die fehlende US-Unterstützung weitgehend zu kompensieren. Christoph Trebesch, Leiter des Forschungsprojekts am Kiel Institut, betont: „Es zeigt sich ein klarer Trend, dass der Anteil der Europäischen Union in diesem Bereich kontinuierlich zunimmt.“

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EU übernimmt finanzielle Hauptlast

Die Europäische Union stellte im vergangenen Jahr nahezu 90 Prozent der finanziellen und humanitären Hilfe bereit, was einem Volumen von 35,1 Milliarden Euro entspricht. Trebesch erklärt, dass diese Entwicklung zu einer faireren Verteilung der Lasten führt: „Nämlich entsprechend dem Anteil jedes Landes am Bruttoinlandsprodukt der Union.“

Die militärische Hilfe ist hingegen anders organisiert, da sie direkt zwischen den Staaten bereitgestellt wird. Diese Unterstützung, die unter anderem Munition umfasst, stammt überwiegend aus West- und Nordeuropa. Trebesch beobachtet: „Einige wenige Länder leisten immer mehr.“ Aus Süd- und Osteuropa kamen dagegen nur fünf Prozent der Militärhilfe.

Datenbasis und Methodik

Der Ukraine-Support-Tracker des Kiel Instituts erfasst seit dem 24. Januar 2022 alle zugesagten militärischen, finanziellen und humanitären Hilfen für die Ukraine. Die Erhebung begann damit einen Monat vor Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands. Als Datenquellen dienen offizielle Regierungsstellen und Medienberichte aus insgesamt 40 Ländern.

Die aktuelle Analyse unterstreicht die wachsende Verantwortung Europas in der Ukraine-Krise. Während die USA ihre Unterstützung reduzieren, erhöhen europäische Staaten und die EU ihr Engagement signifikant, um die ukrainische Verteidigungs- und Überlebensfähigkeit zu sichern.

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