Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Experte warnt vor tödlicher Andes-Variante
Hantavirus: Andes-Variante tödlicher als andere Stämme

Ein Hantavirus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff MV „Hondius“ sorgt für Besorgnis. Wie mittlerweile bestätigt wurde, handelt es sich um die besonders gefährliche Andes-Variante des Virus. Diese unterscheidet sich deutlich von anderen Hantavirus-Typen und verläuft häufiger tödlich. Der Nierenmediziner Prof. Dr. Jörg Latus erklärt im Gespräch mit BILD, warum die Niere besonders betroffen ist und welche Symptome unbedingt ernst genommen werden müssen.

Warum ist die Andes-Variante so gefährlich?

Die Andes-Variante des Hantavirus ist die einzige bekannte Form, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Das macht sie besonders tückisch. Während andere Hantaviren meist durch Nagetiere wie Rötelmäuse übertragen werden, kann sich die Andes-Variante auch durch direkten Kontakt zwischen Menschen verbreiten. Zudem führt sie häufiger zu schweren Verläufen mit Nierenversagen und Lungenbeteiligung. Die Sterblichkeitsrate liegt bei dieser Variante deutlich höher als bei anderen Hantavirus-Typen.

Welche Symptome müssen ernst genommen werden?

Typische Symptome einer Hantavirus-Infektion sind plötzlich auftretendes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Besonders alarmierend sind jedoch Anzeichen einer Nierenbeteiligung wie verminderte Urinausscheidung, Schmerzen im Nierenbereich oder Blut im Urin. „Bei der Andes-Variante kann es innerhalb weniger Tage zu einem akuten Nierenversagen kommen“, warnt Prof. Latus. Auch Atemnot und Husten können auf eine Beteiligung der Lunge hinweisen.

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Wie real ist die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch?

Anders als bei anderen Hantaviren ist bei der Andes-Variante eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Dies geschieht vor allem durch engen Kontakt mit infizierten Personen, etwa im selben Haushalt oder bei der Pflege. Auf einem Kreuzfahrtschiff mit vielen Menschen auf engem Raum steigt das Risiko einer solchen Übertragung. „Passagiere und Besatzung sollten daher besonders auf Hygiene achten und bei ersten Symptemen einen Arzt aufsuchen“, rät der Experte.

Wie schützt man sich im Alltag?

Der beste Schutz vor Hantaviren ist die Vermeidung von Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen. Dazu gehört, Lebensmittel in verschlossenen Behältern aufzubewahren und Müll regelmäßig zu entsorgen. In Gebieten mit bekanntem Hantavirus-Vorkommen sollte beim Reinigen von Schuppen oder Kellern eine FFP2-Maske getragen werden. Bei der Andes-Variante ist zudem die Vermeidung von engem Kontakt zu infizierten Personen entscheidend. Händewaschen und Desinfektion sind wichtige Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern.

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