Feuerpause im Iran-Krieg bereits gefährdet: Iran erwägt Ausstieg nach israelischen Angriffen
Feuerpause im Iran-Krieg gefährdet: Iran erwägt Ausstieg

Feuerpause im Iran-Krieg bereits nach kurzer Zeit gefährdet

Die erst kürzlich vereinbarte zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg steht bereits auf wackligen Füßen. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars erwägt Teheran, aus der Waffenruhe mit den USA auszusteigen. Grund dafür sind massive israelische Angriffe auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon.

Israelischer Großangriff und iranische Vergeltung

Die israelische Armee führte im Libanon den laut eigenen Angaben größten koordinierten Angriff gegen militärische Infrastruktur der Hisbollah seit dem Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März durch. Ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums berichtete von mindestens 112 Toten und über 800 Verletzten.

Als Reaktion darauf stoppte der Iran aus Protest den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus erneut. Diese Blockade der für den globalen Öl- und Gashandel entscheidenden Meerenge verstößt direkt gegen die Vereinbarungen mit den USA.

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Unterschiedliche Interpretationen der Waffenruhe

Während die iranische Führung und Pakistans Premier Shehbaz Sharif betonen, dass die Feuerpause ausdrücklich auch für den Libanon gelte, widerspricht Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu entschieden. Der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran, nicht aber auf israelische Operationen gegen die Hisbollah.

Israel wirft dem Iran zudem vor, selbst gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben, indem Teheran nach Inkrafttreten der Feuerpause seine Angriffe auf israelisches Territorium fortgesetzt habe.

Internationale Reaktionen und diplomatische Bemühungen

Die internationale Gemeinschaft hatte die Ankündigung der Waffenruhe zunächst mit großer Erleichterung aufgenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte: Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln.

Mehrere arabische Staaten begrüßten die Entwicklung, wiesen aber gleichzeitig darauf hin, dass Lösungen gefunden werden müssten, die die Krise an der Wurzel packen. Die Börsen feierten die vorläufige Beruhigung mit deutlichen Kursgewinnen.

Zehn-Punkte-Plan als Grundlage für Friedensgespräche

Kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump hatten sich die Kriegsparteien auf einen von Teheran vorgelegten Zehn-Punkte-Plan geeinigt. Dieser soll die Grundlage für Friedensverhandlungen ab Freitag in Pakistans Hauptstadt Islamabad bilden.

Laut iranischen Medien sieht der nicht öffentlich gemachte Plan vor, dass die Straße von Hormus zwar geöffnet wird, der Iran aber die Kontrolle über die Meerenge behält und weiterhin Uran anreichern darf. Im Gegenzug verpflichtet sich die Islamische Republik, niemals Atomwaffen herzustellen.

Fragile Lage und ungewisse Aussichten

US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Situation als äußerst fragil. Im Machtzentrum des Irans gebe es sowohl konstruktive Kräfte als auch solche, die Friedensverhandlungen aktiv torpedieren möchten.

Beide Seiten präsentierten sich ihren jeweiligen Bevölkerungen als Sieger der Verhandlungen. Während regierungstreue Iraner in Teheran feierten, kritisierte Sicherheitsexperte Carlo Masala im Deutschlandfunk die Vereinbarung als strategische Niederlage der USA.

Um eine Wiederbewaffnung des Irans zu erschweren, kündigte Trump Strafzölle von 50 Prozent für Staaten an, die Teheran mit Waffen beliefern.

Weiterer diplomatischer Fahrplan

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif lud Delegationen der USA und des Iran für weitere Gespräche am Freitag nach Islamabad ein. Pakistanischen Quellen zufolge könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Verhandlungen teilnehmen.

Israel, das nicht direkt in die Verhandlungen einbezogen war, unterstützt Trumps Entscheidung für die Feuerpause laut Ministerpräsident Netanjahu unter der Voraussetzung, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet und seine Angriffe einstellt. Jerusalem pocht weiterhin darauf, dass der Iran mit seinem Atom- und Raketenprogramm keine Bedrohung mehr für die Region darstellen darf.

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