Nach Ärger um Oster-Party am Tegernsee: Veranstalter reagieren mit deutlichen Veränderungen
Die legendäre Osterparty des Fischerei-Bistros Mai Liabba in Bad Wiessee am Tegernsee hat am Ostersonntag nicht nur für fröhliche Stimmung, sondern auch für erhebliche Polizeieinsätze gesorgt. Trotz eines umfangreichen Sicherheitskonzepts registrierten die Beamten mehrere Vorfälle, die zu Festnahmen führten. Nun ziehen die Veranstalter klare Konsequenzen für zukünftige Feierlichkeiten.
Polizeieinsatz hält Sicherheitskräfte auf Trab
Laut dem Bericht der Polizeiinspektion Bad Wiessee kam es während der Osterveranstaltung zu Beleidigungen, Hausfriedensbrüchen und Körperverletzungen. Zusätzlich wurden zwei Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte sowie ein tätlicher Angriff auf Polizeikräfte registriert. Insgesamt mussten vier Personen festgenommen und drei weitere in Gewahrsam genommen werden.
Interessanterweise betont die Polizei, dass das im Vorfeld erarbeitete Sicherheitskonzept grundsätzlich funktioniert habe. "Das Sicherheitskonzept und das dazugehörende Verkehrskonzept erwiesen sich als zielführend und erforderlich", heißt es im offiziellen Bericht. Festgestellte Defizite würden jedoch angesprochen und entsprechend angepasst werden.
Veranstalter ziehen klare Schlussfolgerungen
Thomas Bayer, einer der Geschäftsführer der Fischerei Tegernsee OHG, zeigt sich im Gespräch mit der AZ zwar mit der Umsetzung des Sicherheitskonzepts zufrieden, zieht aber dennoch deutliche Konsequenzen: "An Ostern wollen wir keine solche Party mehr machen", erklärt er entschieden.
Als Gründe nennt Bayer neben den wetterbedingten Risiken und den damit verbundenen immensen Kosten vor allem den besonderen Charakter des Osterfestes: "Und wir wollen an so einem heiligen Tag wie Ostern künftig für Ruhe sorgen". Auch den Anwohnern zuliebe wolle man in Zukunft auf die alljährliche Osterparty verzichten.
Wie geht es weiter mit den Veranstaltungen?
Die grundsätzliche Bereitschaft, weiterhin Feierlichkeiten auszurichten, bleibt bestehen. "Wir wollen immer noch gerne Partys machen", betont Thomas Bayer. Allerdings sollen diese künftig zu anderen Zeitpunkten stattfinden und in enger Abstimmung mit der Gemeinde sowie allen zuständigen Behörden geplant werden.
Rückblickend auf die umstrittene Osterparty betont Bayer, dass sich diesmal keine Nachbarn beschwert hätten – "sie waren auf der Party mit eingeladen". Die Veranstaltung endete pünktlich um 21 Uhr, wobei eine später durchziehende Gewitterfront laut Polizeibericht den Abmarsch der Feiernden beschleunigt und für zusätzliche Beruhigung gesorgt habe.
Christoph von Preysing, der als "Promi-Fischer" vom Tegernsee bekannt ist, bedankte sich nach der Veranstaltung via Instagram bei allen Beteiligten: "Vielen vielen Dank an unser gesamtes Team, Sanitär, Polizei, Security und natürlich an alle Gäste!"
Die Entscheidung der Veranstalter markiert somit einen deutlichen Wendepunkt in der Partykultur am Tegernsee und zeigt, wie lokale Gastronomie auf öffentliche Sicherheitsbedenken reagieren kann.



