Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle ist am Mittwoch durch den Suezkanal gefahren, um sich für einen möglichen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus in Stellung zu bringen. Das französische Präsidialamt erklärte, die Aktion solle zeigen, dass Frankreich nicht nur bereit, sondern auch fähig sei, die Meerenge zu sichern. Der Flugzeugträger sei auf dem Weg ins südliche Rote Meer, um die Vorlaufzeit für einen Einsatz zu verkürzen, sobald die Umstände dies erlauben, fügte das Verteidigungsministerium hinzu.
Militärische Details und internationale Beteiligung
An Bord der Charles de Gaulle befinden sich rund 20 Kampfjets vom Typ Rafale, begleitet von mehreren Fregatten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer setzen sich seit Längerem für eine internationale Mission zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus ein. Die Bundeswehr plant, sich unter anderem mit einem Minenjagdboot zu beteiligen. Der Einsatz soll jedoch erst nach einem Ende der Kampfhandlungen beginnen.
Diplomatische Initiativen
Frankreich schlägt dem Iran und den USA vor, die Frage der Wiederöffnung der Straße von Hormus unabhängig vom anhaltenden Konflikt zu behandeln. Dafür sei es notwendig, dass der Iran sich auf Verhandlungen mit den USA einlasse. Die USA müssten im Gegenzug die Gegenblockade aufheben und grundsätzliche Probleme mit dem Iran angehen. Im französischen Präsidialamt hieß es: „Wir haben Forderungen sowohl an die Iraner als auch an die Amerikaner.“
Aktuelle Lage und Vorfälle
Die Straße von Hormus ist seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar von den iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt, was zu einem weltweiten Anstieg der Energiepreise führte. Offiziell gilt in der Region derzeit eine Waffenruhe. Dennoch meldete die französische Reederei CMA CGM am Mittwoch einen Angriff auf eines ihrer Schiffe unter maltesischer Flagge, bei dem mehrere Besatzungsmitglieder verletzt und das Schiff beschädigt wurde. Präsident Macron betonte, dies bedeute „auf keinen Fall“, dass Frankreich im Visier gewesen sei. Eine Regierungssprecherin erklärte: „Die Schüsse, die ein Schiff der CMA CGM zum Ziel hatten, zeigen ganz eindeutig, dass die Lage nach wie vor gefährlich ist.“



