Die sogenannte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah bröckelt weiter. Bei neuen israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Eine Drohne habe ein Auto in der Nähe der Stadt Nabatieh attackiert, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Dabei seien zwei Insassen ums Leben gekommen. Bei einem Angriff auf ein Haus in Iklim al-Tuffah seien am frühen Morgen drei weitere Menschen getötet worden. Der Ort gilt als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz, die mit Israel verfeindet ist.
Israels Militär meldet rund 50 Angriffe binnen 24 Stunden
Die israelische Armee teilte auf der Plattform X mit, dass es binnen 24 Stunden zu rund 50 Angriffen im Südlibanon gekommen sei. Das Militär zerstöre weiterhin „Terror-Infrastruktur“ in dem nördlichen Nachbarland und töte dort Terroristen, hieß es in dem Post. Dabei handele es sich unter anderem um Gebäude, die Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz für Angriffe auf israelische Soldaten genutzt hätten. Im Südlibanon seien israelische Soldaten von der Hisbollah mit mehreren Raketen angegriffen worden. Auch kommt es immer wieder zu Drohnenangriffen der Hisbollah auf Orte im Norden Israels.
Brüchige Waffenruhe und wiederkehrende Eskalation
Offiziell gilt im Krieg zwischen der Hisbollah und Israel eine Waffenruhe. Faktisch kommt es jedoch täglich zu Angriffen beider Seiten. Seit Anfang März war es im Zuge des Iran-Kriegs erneut zu einer schweren Eskalation zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär gekommen. Nach neuem Raketenbeschuss aus dem Libanon reagierte Israel mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive im Südlibanon. Dabei kam es auch zu heftigen Kämpfen im Grenzgebiet. Mehr als 2.600 Menschen wurden nach libanesischen Angaben seit Anfang März getötet und mehr als eine Million vertrieben. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.
USA dringen auf direkte Gespräche
Die USA dringen angesichts der brüchigen Waffenruhe auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene. Die Waffenruhe hatte US-Präsident Donald Trump Mitte April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Nun fordern die USA, dass beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren, um eine dauerhafte Deeskalation zu erreichen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da eine erneute Eskalation den gesamten Nahen Osten destabilisieren könnte.



