UNO-Zahlen: Gewalt in Gaza erreicht neuen Höhepunkt trotz Waffenstillstand
Seit etwa einem halben Jahr gilt im Gazakrieg eine fragile Waffenstillstandsvereinbarung, doch die von der Uno registrierten gewaltsamen Zwischenfälle haben zuletzt wieder deutlich zugenommen. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Gewalt im Gazastreifen seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Oktober einen neuen Höhepunkt erreicht.
46-prozentiger Anstieg der Vorfälle
Stéphane Dujarric, der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, teilte mit, dass die Zahl der Vorfälle – darunter Schusswechsel, Beschuss und Angriffe – zwischen dem 12. und 18. April im Vergleich zur Vorwoche um 46 Prozent gestiegen sei. Dies stelle den höchsten Wochenwert seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober dar. Das israelische Militär erklärte, man prüfe diese Aussagen.
Angespannte Lage im zerstörten Küstenstreifen
Die Situation in dem weitgehend zerstörten Küstenstreifen bleibt äußerst angespannt. Beide Seiten, Israel und die islamistische Terrororganisation Hamas, werfen sich regelmäßig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Israels Armee kontrolliert weiterhin einen Großteil des Gazastreifens, während die Hamas ihre Kontrolle im Rest des Gebiets wieder gefestigt hat.
Seit Beginn der Waffenruhe sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 760 Palästinenser in dem schmalen Küstenstreifen getötet worden. Die Hamas besteht vor dem Übergang in die zweite Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump darauf, dass Israel seine Angriffe unterlässt und die Einfuhr von mehr humanitären Hilfsgütern erlaubt. Ihre im Plan vorgesehene Entwaffnung lehnt die Hamas jedoch weiterhin ab.
Jüngste gewaltsame Eskalationen
Unter anderem am Ostermontag kam es zu einem Bruch der Waffenruhe. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Luftangriffen wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet. Das Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus meldete diese Zahl, die vom von der Hamas kontrollierten Zivilschutz im Gazastreifen bestätigt wurde.
Dutzende weitere Menschen seien durch israelischen Beschuss und bei Zusammenstößen östlich des Flüchtlingslagers Al-Maghasi verletzt worden, teilte das Krankenhaus mit. Sechs der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Die israelische Armee erklärte auch hier, sie prüfe die Informationen.
Israelische Kontrolle und Infrastruktur
Neue Satellitenbilder zeigen, dass Israel tief in Gaza kilometerlange Erdwälle und zahlreiche Militärlager baut. Auf diese Weise kontrolliert Israel inzwischen mehr als die Hälfte des Gazastreifens. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Präsenz und die strategischen Maßnahmen der israelischen Streitkräfte in der Region.
Die fragile Waffenruhe und die wiederaufflammende Gewalt verdeutlichen die tiefgreifenden Spannungen und ungelösten Konflikte im Gazastreifen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation mit Sorge, während die humanitäre Lage für die Zivilbevölkerung weiterhin kritisch bleibt.



