Real Madrid beendet Negativserie - Camavinga erntet Pfiffe
Real Madrid hat seine Negativserie von vier sieglosen Spielen endlich beendet. Die Königlichen setzten sich in der spanischen La Liga mit 2:1 gegen Abstiegskandidat Deportivo Alavés durch und halten damit ihre minimalen Titelhoffnungen in dieser Saison am Leben. Doch der Frust über das Champions-League-Aus gegen Bayern München ist bei den Fans noch deutlich spürbar.
Camavinga als Zielscheibe der Unzufriedenheit
Eduardo Camavinga wurde von den heimischen Fans im Bernabéu gnadenlos ausgepfiffen. Der französische Mittelfeldspieler, der im Rückspiel gegen Bayern München mit einer Gelb-Roten Karte einen denkbar schlechten Abend erlebt hatte, bekam bei seiner Einwechslung in der 63. Minute und bei weiteren Ballaktionen den Unmut der Anhänger deutlich zu spüren. Die Enttäuschung über das Viertelfinal-Aus in der Königsklasse scheint noch nicht verdaut zu sein.
Spielverlauf mit Höhen und Tiefen
Kylian Mbappé brachte Real Madrid in der 30. Minute mit einem abgefälschten Schuss in Führung. Im zweiten Durchgang erhöhte Vinicius Júnior in der 50. Minute aus der Distanz auf 2:0 - der Brasilianer vermied dabei jegliche Jubelgesten und schlug stattdessen entschuldigend die Hände zusammen. Für die Gäste traf Toni Martinez erst in der Nachspielzeit (90.+3) zum zwischenzeitlichen 1:2.
Der brasilianische Verteidiger Éder Militão hatte doppelt Pech: Bei einem Schussversuch traf er nur die Latte und verletzte sich dabei, sodass er umgehend durch Antonio Rüdiger (45. Minute) ausgewechselt werden musste. Alavés kämpfte bis zum Schluss und hatte durch Toni Martinez (45.+5) und Calebe (82.) noch zwei Pfostentreffer, die den Ausgleich verhinderten.
Tabellensituation und Hintergründe
Bei noch sechs verbleibenden Ligaspielen hat Real Madrid unter Trainer Álvaro Arbeloa sechs Punkte Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona. Der Tabellenführer kann diesen Vorsprung am Mittwochabend (21.30 Uhr) mit einem Sieg gegen Celta Vigo sogar noch ausbauen.
Vor dem Anpfiff hatte das Starensemble zunächst Spalier zu stehen. Die U19-Mannschaft von Real Madrid wurde im Bernabéu mit reichlich Applaus empfangen - der königliche Nachwuchs hat den Profis schließlich etwas voraus: einen Titel. Am Montag hatte Real das Endspiel um die Youth League gewonnen und präsentierte nun die Trophäe vor heimischem Publikum.
Die Stimmung im Bernabéu bleibt gespalten: Während der Sieg gegen Alavés die dringend benötigten drei Punkte brachte, zeigt die Reaktion auf Camavinga, dass die Enttäuschung über das Champions-League-Aus tief sitzt. Die Königlichen müssen in den verbleibenden Ligaspielen nicht nur punkten, sondern auch das Vertrauen ihrer Fans zurückgewinnen.



