Huthi-Miliz feuert erneut auf Israel – Iran droht mit Angriffen auf US-Universitäten
Der Konflikt im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Die Huthi-Miliz aus dem Jemen hat Israel innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal angegriffen, nachdem sie sich auf die Seite des Iran gestellt hat. Laut Berichten der Times of Israel wurden am Abend eine Drohne über der südlichen Stadt Eilat und ein Marschflugkörper vor Erreichen israelischen Territoriums abgefangen. Bereits am Samstagmorgen hatte die Miliz eine Rakete auf den jüdischen Staat gefeuert.
Iran droht mit Vergeltung gegen US-Universitäten
Parallel dazu hat der Iran mit Angriffen auf US-Universitäten in der Region gedroht. Die Nachrichtenagentur Fars, die den iranischen Revolutionsgarden nahesteht, zitierte eine Erklärung der Elitestreitmacht auf der Plattform X. Demnach muss die US-Regierung bis Montag 12 Uhr mittags Teheraner Zeit die Bombardierung iranischer Universitäten verurteilen, um ihre eigenen Bildungseinrichtungen vor Vergeltungsmaßnahmen zu schützen. Nach iranischen Angaben waren zuvor die Technische Universität Isfahan und die Universität für Wissenschaft und Technologie in Teheran Ziel von Bombardierungen geworden. Über mögliche Opfer liegen noch keine Informationen vor.
Pakistan bemüht sich um Deeskalation im Iran-Krieg
Während die Kämpfe andauern, setzt Pakistan verstärkt auf diplomatische Bemühungen. Auf Einladung Pakistans kommen heute die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in Islamabad zu zweitägigen Gesprächen zusammen, um über Wege zur Deeskalation des seit einem Monat andauernden Krieges zu beraten. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Konflikts angeboten.
Die Außenminister sollen auch Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif treffen. Dieser hatte in einem Telefonat mit Irans Präsidenten Massud Peseschkian Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den Iran bekräftigt. Zudem informierte er ihn über die Bemühungen, mit den USA, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern einen Dialog zu erleichtern. Islamabad fungiert dabei als Vermittler und tauscht Botschaften zwischen den USA und dem Iran aus.
Vorbereitungen für direkte Gespräche zwischen USA und Iran
Bundesaußenminister Johann Wadephul bestätigte Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Iran. „Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden“, sagte er im Deutschlandfunk. Es habe nach seinen Informationen bereits indirekte Kontakte gegeben, was er als „erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht“ bezeichnete.
Iran lockert Blockade der Straße von Hormus für pakistanische Schiffe
In einem vertrauensbildenden Schritt hat der Iran nach pakistanischen Angaben seine Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus für bestimmte Schiffe gelockert. Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar teilte auf X mit, dass die iranische Regierung zugestimmt habe, 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt zu gestatten. Täglich werden zwei dieser Schiffe die Meerenge passieren. Dar sprach von einem bedeutenden Schritt in Richtung Frieden.
Die Straße von Hormus ist eine kritische Route für den Öl- und Gastransport, und ihre Blockade durch den Iran seit Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe vor vier Wochen hat zu starken Preisanstiegen bei Energieträgern geführt.
Weitere US-Marines im Nahen Osten eingetroffen
Unterdessen sind weitere US-Marinekräfte in der Region eingetroffen. Das amphibische Angriffsschiff USS Tripoli erreichte nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos am Freitag sein Einsatzgebiet. US-Außenminister Marco Rubio äußerte nach den jüngsten G7-Gesprächen, dass der Einsatz im Iran „in wenigen Wochen, nicht in Monaten“ abgeschlossen werden könnte. Die eigenen Kriegsziele könnten ohne Bodentruppen erreicht werden, doch Rubio schloss deren Einsatz nicht kategorisch aus.
Israel will iranische Waffenproduktion zerstören
Das israelische Militär plant, die iranische Waffenproduktion „in wenigen Tagen“ weitgehend zu zerstören. Armeesprecher Effie Defrin erklärte am Samstagabend, dass die Streitkräfte in diesem Zeitraum „die Angriffe auf alle wichtigen Komponenten der (iranischen) Militärindustrie abschließen“ würden. Dies bedeute, dass der Großteil der militärischen Produktionskapazitäten zerstört sein werde.
Erneute Angriffe auf Golfstaaten
Die iranischen Gegenangriffe dauern an, und mehrere Golfstaaten meldeten erneut Schäden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde ein Metallwerk in der Khalifa Industrial Zone Abu Dhabi bei einem Raketen- und Drohnenangriff schwer beschädigt. Eine nicht näher genannte Anzahl von Mitarbeitern wurde verletzt.
Aus Katar hieß es am frühen Samstagabend, dass das Golfemirat Ziel eines Angriffs mit mehreren aus dem Iran gestarteten Drohnen gewesen sei. Alle Drohnen seien erfolgreich abgefangen worden. Zuvor hatte Kuwait von Beschuss durch Drohnen berichtet, die auf die Umgebung des internationalen Flughafens gezielt und erhebliche Schäden am Radarsystem verursacht hätten. Verletzte gab es dort nicht.
Angriffe auf kurdische Autonomieregion im Irak
In der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks wurde die Residenz des Präsidenten Nechirvan Barsani angegriffen. Barsani bezeichnete den Angriff in der Stadt Duhok am Samstag als „eine gefährliche Eskalation für den gesamten Irak“. Gleichzeitig wurden in der Region Kurdistan laut dem kurdischen Medienportal Rudaw mehr als ein halbes Dutzend Drohnenangriffe registriert. Bislang hat sich niemand zu den Angriffen bekannt, doch zuletzt hatten sowohl der Iran als auch proiranische Milizen im Irak Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert. Die USA machten „Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak“ dafür verantwortlich.



