Iran-Konflikt: Waffenruhe läuft aus - Neue Gespräche ungewiss, Teheran droht mit "Hölle"
Iran-Konflikt: Waffenruhe endet, neue Gespräche unklar

Iran-Konflikt: Waffenruhe endet, neue Gespräche ungewiss

Die Lage im Iran-Konflikt bleibt angespannt, während die 14-tägige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Zeit ausläuft. Die Fortsetzung von Verhandlungen ist derzeit völlig ungewiss, obwohl sich US-Vizepräsident JD Vance nach Medienangaben für eine Reise nach Islamabad bereithalten soll. Eine offizielle Bestätigung dieser Reisepläne steht jedoch noch aus, und auch von iranischer Seite fehlen klare Signale für Dialogbereitschaft.

Trump wirft Iran Verletzungen vor, Teheran droht mit "Hölle"

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran vorgeworfen, die Feuerpause mehrfach missachtet zu haben. In einem Post auf Truth Social schrieb Trump: "Der Iran hat die Waffenruhe mehrfach verletzt!" Details zu diesen angeblichen Verletzungen nannte der US-Präsident nicht. Trump hatte zuvor erklärt, eine Verlängerung der Waffenruhe halte er für "sehr unwahrscheinlich", sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben.

Auf iranischer Seite zeigte sich das Militär kampfbereit. Die Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden, berichtete, das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine "Hölle" für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es in der Meldung.

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Bundesregierung fordert Iran zu konstruktiven Gesprächen auf

Die Bundesregierung hat den Iran dringend aufgefordert, auf das amerikanische Gesprächsangebot einzugehen. Außenminister Johann Wadephul sagte am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg: "Wir rufen den Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln." Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die der Iran im Interesse der eigenen Bevölkerung ergreifen sollte.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zeigte sich gegenüber Fox News zuversichtlich, dass die USA ein "wirklich gutes Abkommen" schließen würden. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter.

US-Seeblockade als zentrale Hürde für Verhandlungen

Die US-Seeblockade in der Straße von Hormus stellt sich als zentrale Hürde für mögliche Verhandlungen heraus. Nach Angaben des US-Militärs haben die USA seit Beginn ihrer eigenen Blockade 27 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in einen iranischen Hafen zurückzukehren.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, eine Teilnahme an dem "von den USA inszenierten Schauspiel" sei unter anderem an die Aufhebung der Seeblockade in der Straße von Hormus gebunden. Auch aus pakistanischen Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass die US-Seeblockade derzeit eine zentrale Hürde für Verhandlungen darstellt.

Weitere Entwicklungen im Konfliktumfeld

Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs Naim Kassim gedroht. Kassim werde "mit seinem Kopf bezahlen", sagte Katz nach Medienberichten. Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel.

Im Iran selbst hat die Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee in Teheran in Brand gesetzt zu haben.

Deutschland sieht keine Treibstoffnotlage

In Deutschland hat sich der Nationale Sicherheitsrat mit der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass es derzeit keine Versorgungsnotlage für Treibstoff gibt. Die Vorräte gerade an Kerosin seien als "für eine absehbare Zeit" ausreichend erachtet worden. Es gebe außerdem "Raffinerieoptionen", die eine schnelle Reaktion auf mögliche Lücken ermöglichten, hieß es nach der Sitzung, die bereits am Montagabend stattfand.

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Trotz der angespannten Lage demonstrierte US-Präsident Trump Gelassenheit: Er stehe unter keinerlei Druck, einen Deal zu erzielen, schrieb er auf Truth Social. Wegen der verfahrenen Lage in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus waren die Ölpreise zuletzt jedoch deutlich gestiegen, und in den USA ist Tanken so teuer wie seit Jahren nicht - im Wahljahr ein heikles Thema für Trump.