Neuer Iran-Krieg: Israel und USA starten koordinierte Angriffe - Teheran schlägt zurück
Iran-Krieg: Israel und USA starten Angriffe - Teheran schlägt zurück

Neuer Iran-Krieg: Israel und USA starten koordinierte Angriffe - Teheran schlägt zurück

Washington, Tel Aviv, Teheran, Berlin • Lesedauer: 5 Minuten

Israel und die USA haben am frühen Morgen des 28. Februar 2026 koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen zahlreiche Ziele im Iran gestartet. Teheran meldete als unmittelbare Reaktion Angriffe auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Die Nahost-Region steht damit vor einer gefährlichen weiteren Eskalation, die sich zu einem umfassenden Regionalkrieg ausweiten könnte.

Was wurde angegriffen?

Explosionen wurden außer in der Millionenmetropole Teheran unter anderem aus Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris gemeldet. Besonders besorgniserregend sind Berichte über Explosionen nahe der Kulturmetropole Isfahan, wo sich ein zentrales Nuklearzentrum befindet, das bereits im Krieg des vergangenen Jahres Ziel von US-Bombardierungen wurde. Getroffen wurden nach vorliegenden Informationen Raketendepots, Luftverteidigungsanlagen und Ziele in unmittelbarer Nähe von Regierungsgebäuden.

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Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Vergeltung für die Angriffe Israels und der USA vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Unter den Zielen waren die strategisch wichtigen Stützpunkte Al-Udeid in Katar, Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete.

Welche Ziele verfolgen Israel und die USA?

Israels Ministerpräsident Netanjahu begründet die Angriffe auf Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Gemeint ist damit vor allem Irans umstrittenes Atom- und Raketenprogramm. „Es darf nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen“, sagte Netanjahu in einer Stellungnahme.

Die „New York Times“ berichtete, Israel lege den Schwerpunkt seiner Angriffe auf:

  • Raketenlagerstätten
  • Produktionsanlagen für ballistische Raketen
  • Abschussvorrichtungen und Startrampen

US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben Amerikanerinnen und Amerikaner vor einer Bedrohung durch die iranische Führung verteidigen. In einer Videobotschaft zielte er direkt auf das iranische Atomprogramm ab: „Sie dürfen nie eine Atomwaffe besitzen.“ Zudem ermutigte Trump die Iraner zu einem Wechsel an der Spitze Irans und forderte die Revolutionsgarden, Streitkräfte und Polizei auf, ihre Waffen niederzulegen.

Wie ist die aktuelle Lage im Iran?

Nur wenige Informationen dringen aus dem Iran nach außen, da die Behörden eine umfassende Internetsperre verhängt haben. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete von einem „fast vollständigen Internetausfall“ im gesamten Land.

Ein Video der Nachrichtenagentur Mehr zeigte massive Zerstörungen mitten in der Hauptstadt Teheran. Auf der Aufnahme war ein völlig zerstörtes Gebäude zu sehen, an dessen Rändern mehrere Rettungskräfte arbeiteten. Augenzeugen berichteten per SMS von langen Schlangen an Tankstellen in der Millionenmetropole Teheran und vielen Menschen, die versuchten, die Hauptstadt zu verlassen.

Die Situation vor Ort beschreiben Beobachter als angespannt:

  • Geschäfte sind vielerorts geschlossen
  • Im Norden Teherans herrscht gespenstische Stille
  • Schulen wurden landesweit geschlossen
  • Die Regierung und das Militär haben sich bislang nicht öffentlich zu den Angriffen geäußert

Warum jetzt? Die Hintergründe der Eskalation

Die Verhandlungen in Genf über das iranische Atomprogramm hatten bislang keinen Durchbruch gebracht. In den vergangenen Wochen hatten die USA massiv Marine- und Luftstreitkräfte im Persischen Golf zusammengezogen. US-Präsident Trump hatte Teheran ein Ultimatum bis Anfang März gestellt, das mit den Angriffen am Morgen des 28. Februar beantwortet wurde.

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Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, die Arbeitshypothese der Operation laute: Das iranische Regime sei schwach und brüchig. Daher könne eine gezielte, schlagkräftige und breit angelegte israelisch-amerikanische Kampagne es erheblich untergraben und vielleicht sogar die Voraussetzungen für einen internen Wandel schaffen. Das zentrale Problem bleibe jedoch: „Was passiert, wenn diese Annahme falsch ist?“

Wie geht es weiter? Gefahr eines Regionalkriegs

Der Iran hatte seit Wochen vor einem Angriff gewarnt und mit einer „vernichtenden Antwort“ gedroht. US-Regierungsmitarbeiter sprechen laut US-Fernsehsender CNN von einer Operation, die über Tage oder Wochen andauern könne. Es handele sich explizit nicht um einen „kleinen Schlag“.

Die Gefahr eines umfassenden Regionalkriegs ist real. Der iranische Oberste Führer Chamenei hatte bereits davor gewarnt. Nun könnten verbündete Milizen wie die Hisbollah im Libanon, die Huthi-Miliz im Jemen sowie schiitische Milizen im Irak intervenieren und den Konflikt weiter eskalieren lassen.

Die internationale Gemeinschaft steht vor einer der schwersten außenpolitischen Herausforderungen der letzten Jahre. Während Israel und die USA von der Notwendigkeit ihres Vorgehens überzeugt sind, warnen viele Experten vor unkalkulierbaren Folgen für die gesamte Region und die globale Sicherheitsarchitektur.