Friedensgespräche in Islamabad enden ergebnislos - Iran gibt USA Schuld
Die hochrangigen Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik Iran sind in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne konkrete Einigung zu Ende gegangen. Die Gespräche, die mehr als zwanzig Stunden andauerten, wurden von einer Atmosphäre des tiefen Misstrauens geprägt, wie beide Seiten im Anschluss bestätigten.
Iranischer Verhandlungsführer kritisiert US-Haltung scharf
Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsleiter Mohammad Bagher Ghalibaf machte in einer scharfen Stellungnahme auf der Plattform X die amerikanische Delegation für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. "Meine Kollegen brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen", schrieb Ghalibaf. Er warf den USA vor, versucht zu haben, ihre Bedingungen für ein mögliches Abkommen zu "diktieren".
Ghalibaf betonte, Washington müsse lernen, dass sich Teheran keine Bedingungen stellen lasse. Bereits vor den Gesprächen habe er darauf hingewiesen, dass Iran zwar über den notwendigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, jedoch aufgrund bitterer Erfahrungen aus vorangegangenen Konflikten kein Vertrauen in die amerikanische Seite habe. Der iranische Politiker dankte gleichzeitig Pakistan ausdrücklich für dessen Vermittlungsbemühungen während des gesamten Prozesses.
US-Vizepräsident Vance hinterlässt 'endgültiges Angebot'
Auf amerikanischer Seite erklärte Vizepräsident JD Vance, die iranische Delegation habe sich nach einundzwanzig Stunden intensiver Verhandlungen dazu entschieden, die von den USA vorgelegten Bedingungen nicht zu akzeptieren. "Wir verlassen nun den Ort der Verhandlungen und lassen einen Vorschlag für Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstellt", so Vance vor versammelten Journalisten.
Der US-Vizepräsident präzisierte die amerikanische Position: "Die schlichte Tatsache ist, dass wir eine eindeutige Verpflichtung sehen müssen, dass sie keine Nuklearwaffe anstreben werden – und auch nicht die Mittel, die sie in die Lage versetzen würden, rasch eine solche Waffe zu erlangen." Diese Kernforderung stellte sich offenbar als unüberbrückbares Hindernis dar.
Komplexe Themen und teilweise Einigung
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, gab gegenüber dem Staatssender Irib eine differenziertere Einschätzung. Demnach konnten sich beide Seiten in einer "Reihe von Fragen" durchaus einigen. Bei zwei zentralen Themengebieten hätten die Positionen jedoch zu weit auseinandergelegen. Welche konkreten Streitpunkte dies betraf, ließ der Regierungssprecher offen.
Baqaei relativierte gleichzeitig die Bedeutung des aktuellen Scheiterns: "Es hört nie auf. Diplomatie ist stets ein Instrument zur Sicherung und Wahrung nationaler Interessen, und Diplomaten müssen ihre Pflichten unter allen Umständen erfüllen, sei es in Kriegs- oder in Friedenszeiten." Er schloss weitere Verhandlungsrunden mit den Vereinigten Staaten nicht aus.
Internationale Vermittlungsbemühungen und fragile Waffenruhe
Das Gastgeberland Pakistan appellierte an beide Konfliktparteien, die derzeit geltende fragile Waffenruhe im Nahen Osten unbedingt aufrechtzuerhalten. Die pakistanische Regierung hatte sich intensiv um Vermittlung bemüht und beide Seiten zur Fortsetzung des Dialogs gedrängt.
Eine bedeutende Rolle im Hintergrund spielte offenbar die Volksrepublik China, die als Verbündeter Irans und gleichzeitig als befreundete Nation Pakistans gilt. Chinesische Diplomaten sollen entscheidend zur Einhaltung der aktuellen Waffenruhe beigetragen haben und weiterhin hinter den Kulissen an einer Deeskalation des Konflikts arbeiten.
Die gescheiterten Verhandlungen verdeutlichen erneut die tiefen Gräben zwischen Washington und Teheran. Während die USA auf verbindliche Zusagen zur Nichtverbreitung von Nuklearwaffen bestehen, beharrt Iran auf seiner Souveränität und lehnt ausländische "Diktate" kategorisch ab. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge, da eine weitere Eskalation des Konflikts regionale und globale Auswirkungen hätte.



